Die Fuldastadt als Weltstar

Werbefeldzug zur Imagepflege: Kassel-Magazin an „Zeit“-Leser verteilt

Werbung für Kassel: Auf dem Titelbild des neuen Magazins ist Grimmwelt-Leiterin Susanne Völker zu sehen. Foto:  bf

Kassel. Seit Donnerstag wissen Hunderttausende Deutsche in mehreren benachbarten Bundesländern, dass Kassel einen Rang in der Welt hat.

Zumindest die Leser der „Zeit“. Dieser Wochenzeitung lag das neue Kassel-Magazin in 220.000 Exemplaren bei. Auf 32 Seiten bekommt der Nicht-Kasseler, unterstützt von einem Reigen bunter Bilder und einem kreativen Layout, erklärt, was die Stadt zum Star macht.

Zu lesen gibt es Dinge wie: Busse und Bahnen rund um den Globus fahren mit Faltenbälgen der Kasseler Firma Hübner, der Dichtstoff der (Vellmarer) Firma Kemper wird in China und in den USA geschätzt. Die Brüder Grimm, die ohnehin weltbekannt sind, haben in Kassel eine monumentale Museumsheimat gefunden. 

Bei der Präsentation des 110.000 Euro teuren Magazins „Kassel - Eine Stadt voll guter Ideen“, das von einer Tochtergesellschaft der „Zeit“ produziert und unter anderem von ehemaligen Studierenden der Uni Kassel geschrieben wurde, feierten sich die Partner des Projekts vor allem selbst. Das Magazin ist unter der Regie von Kassel Marketing entstanden. Die Uni Kassel, die Wirtschaftsförderung Region Kassel, Grimmwelt, Museumslandschaft Hessen-Kassel, die documenta-Gesellschaft und das Museum Fridericianum erklären in ihren Textbeiträgen,

was Kassel so interessant macht. „Die Stadt ist wirtschaftlich erfolgreich, kulturell interessant und nicht nur als Wohnort liebenswert“, sagte Kämmerer Dr. Jürgen Barthel bei der Vorstellung.

Das Magazin zum Durchblättern

Das Magazin kommt eher als Werbeblatt zur Imagepflege als eine Touristenbroschüre daher. Statt eines getexteten Stadtrundgangs gibt es eine witzige Mopedrundfahrt mit Grafik. Ehemalige Studenten der Uni dürfen zum Thema Erfindergeist ihre Lampenschirme aus Beton und einen Smartphone-Fahrradhalter präsentieren. Die Brüder Grimm finden sich in einem witzigen Comic-Strip wieder. Susanne Völker, Leiterin der Grimmwelt, strahlt an ihrer neuen Wirkungsstätte optimistisch und erwartungsvoll auf dem Titelblatt in den Himmel.

Kai Wittrock, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, bezeichnet das Magazin als „Instrument des Standort-Marketing“ und hält es für gelungen. Erstmals hätten sich so viele wichtige Akteure der Stadt zu einem Projekt zusammengeschlossen. Man wolle vor allem die Meinungsführer mit der Botschaft des Magazins erreichen.

Diese Botschaft kostet die Stadt und ihre Partner viel Geld. Die Kosten von 110.000 Euro teilen sich nach Auskunft von Angelika Hüppe, Geschäftsführerin von Kassel Marketing, die Partner Kassel Marketing, Grimmwelt, documenta GmbH, Museumslandschaft Hessen Kassel (jeweils 10.000 Euro), die Wirtschaftsförderung Region Kassel (15.000 Euro) und die Uni Kassel (35.000 Euro).

In der Finanzierung berücksichtigt sind ebenfalls Erlöse aus dem Anzeigenverkauf.

Von Peter Dilling

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