Schüler der Engelsburg erforschten an der Uni Kassel, wie Reklame funktioniert

Werbetricks auf der Spur

Die Tricks der Werbebranche im Visier: Die Schüler der Klasse 8b des Engelsburg-Gymnasiums (mit Deutschlehrer Peter Winter, links oben) haben sie an der Universität Kassel analysiert. Foto:  Dilling

Kassel. Werbung ist allgegenwärtig, vor allem im Fernsehen. Viele nervt sie, und oft verleitet sie einen, Dinge zu kaufen, die man eigentlich gar nicht wollte.

Mit welchen Tricks die Reklameagenturen arbeiten, das haben jetzt 29 Schüler der Klasse 8b des Engelsburg-Gymnasiums unter Anleitung von Studenten und Mitarbeitern der Universität Kassel erforscht.

Ermöglicht wurde dieses Projekt mit der finanziellen Unterstützung des Denkwerk-Programms der Robert-Bosch-Stiftung. Ziel ist, durch die Kooperation von Schule und Hochschule Schüler frühzeitig für selbstständiges Forschen zu begeistern.

„Werbespots haben verschlüsselte Botschaften“, sagt Maria Elisabeth Leinweber (13). Mit ihren Klassenkameraden hat sie am sprachwissenschaftlichen Fachbereich der Kasseler Uni und im Deutschunterricht mit ihrem Lehrer Peter Winter die Methoden der unterschwelligen Beeinflussung von Konsumenten durch Sprache, Farben und Formen untersucht. Da gebe es Regeln, erklärt die Schülerin. Hersteller verwendeten beispielsweise auf ihren bunten Verpackungen nur aufsteigende Linien, um Optimismus und Erfolg zu suggerieren.

„Es wird viel mit Erotik gearbeitet“, hat Steven Geidel (15) herausgefunden. Die leckeren Schokoladenriegel würden immer nur von schlanken Models verspeist, ergänzt Dario Arnd. So wollten die Werbetexter davon ablenken, dass diese Snacks ganz schön dick machen, sagt der 14-Jährige.

Eitelkeit der Kunden

Lukas Kramer (14) hat bei der Sichtung eines Spots für ein Deodorant festgestellt, wie mit der Eitelkeit der Kunden gespielt wird. Wer will schon unter den Blicken einer Hochzeitsgesellschaft mit durchgeschwitzten Achseln den Brautstrauß auffangen?

Die Klasse wurde an der Universität von einem Team der Professoren Achim Barsch (Literaturwissenschaften) und Christoph Müller (Sprachwissenschaften) betreut. In Kürze wollen die Schüler dort ihre Forschungsergebnisse präsentieren. Steven und Dario sind von dem Projekt so begeistert, dass sie ihre gewonnenen Erkenntnisse demnächst in der Praxis testen. Beide wollen ihr Praktikum in der neunten Klasse bei einer Werbeagentur absolvieren. (pdi)

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