1. Startseite
  2. Kassel

Förderverein wirbt mit großen Plakaten für die Herkulesbahn

Erstellt:

Von: Thomas Siemon

Kommentare

Plakat an der Druseltalstraße: Auch an diesem Trafohäuschen wirbt der Förderverein für eine Reaktivierung der Herkulesbahn mit modernen Fahrzeugen.
Plakat an der Druseltalstraße: Auch an diesem Trafohäuschen wirbt der Förderverein für eine Reaktivierung der Herkulesbahn mit modernen Fahrzeugen. © Thomas Siemon

Seit 1966 gibt es keine Schienenverbindung mehr durch das Druseltal. Der Förderverein Neue Herkulesbahn will das ändern und sieht gute Chancen für eine Tram auf der alten Trasse.

Kassel – Der Verein Neue Herkulesbahn verspürt Rückenwind und will den auch nutzen. Auch deshalb sieht man seit Wochenbeginn an verschiedenen Stellen im Stadtbild großformatige Plakate. „Verkehrswende und Herkulesbahn jetzt!“, ist darauf zu lesen. Illustriert ist das mit einer farbigen Darstellung, die eine mögliche Wendeschleife der Straßenbahn unterhalb vom Herkulesparkplatz zeigt. Kassels Wahrzeichen ist deutlich im Hintergrund zu sehen. Mit der Plakataktion und Anzeigen in der Zeitung will der Verein auf das seit langer Zeit diskutierte Projekt aufmerksam machen.

Dabei geht es um die Reaktivierung der Schienentrasse durch das Druseltal bis hinauf zum Herkules. Bis 1966 gab es die schon einmal, ehe Busse die beliebte Straßenbahn ersetzten. Seit 20 Jahren setzt sich der Verein dafür ein, diese Strecke mit modernen Straßenbahnen wieder aufleben zu lassen. „Durch die Vereinbarung zu diesem Thema in der neuen Koalition zwischen Grünen, CDU und FDP sehen wir jetzt eine realistische Chance“, sagt Reiner Borchert vom Vorstand des Fördervereins. Der hat aus den Beiträgen seiner 100 Mitglieder und mit der Unterstützung von Sponsoren erstmals eine solche Kampagne gestartet.

Die Vorteile der Bahn zum Herkules liegen nach Einschätzung des Vereins auf der Hand. Eine direkte Verbindung aus der Stadt und vom Bahnhof Wilhelmshöhe sei nicht nur für die vielen Welterbetouristen ein Gewinn. Davon würden auch die Einheimischen profitieren, die ihre erstklassigen Naherholungsgebiete Bergpark und Habichtswald das ganze Jahr über bequemer und umweltfreundlich erreichen könnten. Mit einer echten Alternative durch die Herkulesbahn bestehe zudem die Chance, den Autoverkehr deutlich zu reduzieren.

Unter anderem am Bahnhof Wilhelmshöhe und am Hauptbahnhof sind die Plakate des Fördervereins noch etwa eine Woche lang zu sehen.

Der Verein weist in einer Pressemitteilung auf Weichenstellungen im Bund und auf Landesebene zu einer stärkeren Förderung des öffentlichen Nahverkehrs hin. Für die Realisierung einer Herkulesbahn seien erhebliche Zuschüsse zu erwarten. Auch die Verträglichkeit mit dem Welterbe könne geklärt werden. Unter dem Strich seien die Chancen für die Bahn richtig gut. „Wenn nicht jetzt, wann dann“, sagt Reiner Borchert.

Auch interessant

Kommentare