Computerumstellung ab Freitag - Rechnungen können mit Verspätung kommen

Werke gehen vom Netz

Andreas

Kassel. 25 000 Kunden der Städtischen Werke werden ihre nächste Abrechnung für Strom, Gas und Fernwärme mit mindestens zehn Tagen Verspätung bekommen. So lange dauert die Umstellung der Computersysteme, die am Freitagabend beginnt.

Von diesem Zeitpunkt an ist das Versorgungsunternehmen nicht mehr am Netz. Wer sich zum Beispiel wegen eines Umzugs abmelden will, kann das für einige Zeit nicht online am Computer machen. Die Internetseite der Werke www.sw-kassel.de mit ihren Servicefunktionen ist bis zum 25. Juli abgeschaltet.

Hintergrund für die Umstellung ist eine Vorgabe des Gesetzgebers, nach der alle deutschen Versorgungsunternehmen die Bereiche Netz und Vertrieb trennen müssen. Diese Entflechtung (Unbundling) soll für gleiche Wettbewerbschancen zwischen kommunalen und privaten Anbietern sorgen. Der Aufwand ist enorm. „Uns kostet das mindestens vier Millionen Euro“, sagt Werke-Vorstandsvorsitzender Andreas Helbig.

Die Daten von 130 000 Kunden müssen in den nächsten Tagen getrennt und neu eingespeichert werden. Für die zeit- und kostenintensive Umstellung auf ein neues SAP-System haben sich die Städtischen Werke mit Kollegen in Lübeck, Münster und Osnabrück zusammengeschlossen. In ganz Deutschland müssen sich die Versorger umstellen. Eon-Mitte mit Sitz in Kassel hat den technischen Teil bereits hinter sich. Mit Nachwirkungen wie zum Beispiel Ärger über verspätete oder nicht korrekte Rechnungen hat man immer noch zu tun. „Wir werden alles doppelt überprüfen“, sagt Otto Kirchner, der Leiter des Kundenservices bei den Städtischen Werken.

Fehler seien aber nicht völlig auszuschließen. Außerdem könne es auch über den 25. Juli hinaus zu Verzögerungen kommen. Das neue System müsse sich erst einspielen, sagt Projektleiter Volker Seidenspinner. Bisher wurde es an mehreren Wochenenden mit 4000 fiktiven Kundendaten getestet. 150 Mitarbeiter der vier Stadtwerke bereiten die Umstellung seit zwei Jahren vor.

In der Übergangszeit werden die Städtischen Werke das Personal im Kundenzentrum in der Kurfürsten-Galerie aufstocken. Hier kann man alles erledigen, was normalerweise am Computer möglich ist.

„Weniger als zehn Tage braucht bundesweit kein Versorgungsunternehmen für die Umstellung“, sagt Andreas Helbig. Die finde in den Sommerferien statt, um die Kunden so wenig wie möglich zu belasten.

Info-Telefon der Städtischen Werke: 782 30 30.

Von Thomas Siemon

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