Im Mercedes-Benz Achsenwerk Kassel feierten 15 000 Besucher 125 Jahre Automobil mit Sommerfest

Das Werksgelände als Festplatz

Produktschau: Der ehemalige Werksmitarbeiter Werner Koch, Kurt Richter und Waldemar Panarin (von links), der bei Mercedes ein Praktikum absolviert hat, schauen sich eine Hinterachse für schwere Lastwagen an.

Kassel. Vor 125 Jahren bekam Carl Benz das Patent für einen dreirädrigen Motorwagen, der als erstes modernes Automobil gilt. Dieses Jubiläum feierten am Samstag annähernd 15 000 Besucher auf dem Gelände des Mercedes-Benz-Werkes Kassel.

Für den Wagen ohne Pferde, der bereits 1885 in Mannheim getestet wurde, erntete der Auto-Pionier den Spott vieler Zeitgenossen. Kaum einer konnte sich damals vorstellen, dass das Benzinauto eine große Zukunft vor sich hatte. Dass Mercedes-Benz heute zu einer der stärksten Marken weltweit zählt, daran erinnerte Betriebsratsvorsitzender Dieter Seidel. Wann immer jemand ein beliebiges technisches Produkt als „Mercedes“ in der Reihe der Konkurrenzprodukte bezeichne, wisse jeder, was gemeint sei: Das „Top-Produkt“, sagte Seidel in seiner Begrüßung von rund 5000 Gästen, die zum Abendprogramm ins Werk gekommen waren.

Tagsüber hatten viele der fast 3000 Mitarbeiter die Chance genutzt, ihren Familienangehörigen und Freunden ihre Arbeitsplätze zu zeigen. Den ganzen Tag über fuhr auf dem Werksgelände die stets voll besetzte Besucherbahn. Bei der einstündigen Fahrt bekamen die Gäste einen Überblick über das größte Nutzfahrzeug-Achsenwerk Europas, in dem bisher rund 15 Millionen Achsen produziert worden sind. Werksleiter Dr. Holger Steindorf dankte den Ehemaligen und den derzeitigen Mitarbeitern „für die Leidenschaft bei der täglichen Arbeit hier im Werk“.

Die Besucher konnten sich über die Produkte des Kasseler Werkes informieren und das originale Exemplar des Patent-Motorwagens mit der Nummer 112, der in der einstigen Gasmotorenfabrik Benz & Co. in Mannheim gebaut wurde, bestaunen. Neben zahlreichen weiteren Oldtimern waren auch die aktuellen Modelle der Auto-Produktion zu sehen, für deren Präsentation die Mercedes-Benz-Niederlassung Kassel-Göttingen gesorgt hatte.

Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) sprach Werksleitung und Mitarbeitern Anerkennung aus: „Sie leisten einen ganz maßgeblichen Beitrag zur guten Entwicklung unserer Region und der Stadt Kassel.“ Unter den Ehrengästen des Sommerfestes waren auch Kassels Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke (CDU), SPD-Bundestagsabgeordneter Ulrich Meßmer und Ex-Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD). Kassels Stadtverordnetenvorsteherin Petra Friedrich (SPD) freute sich besonders über die große Zahl von behinderten Menschen, die im Mercedes-Benz-Werk Kassel Beschäftigung gefunden haben.

Von Jörg Steinbach

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.