Hoher Millionenschaden

Nach Wesertor-Brand: Spurensuche im Schutt

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Spurensuche: Kriminaltechniker Volker Faust vom Landeskriminalamt in der ausgebrannten Buchbinderei des Firmenkomplexes an der Wilhelm-Speck-Straße, in der das Feuer vermutlich ausgebrochen ist.

Kassel. Ein stechender Geruch liegt noch über der Brandruine. Bei jedem Schritt, den Volker Faust vom Landeskrimalamt (LKA) in dem niedergebrannten Firmenkomplex an der Wilhelm-Speck-Straße macht, knirscht es. Glasscherben, völlig verkohlte Gegenstände und eine dicke Rußschicht säumen seinen Weg.

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Wo Laien nur Schwarz sehen, ist der Brandexperte des LKA mit einem Kollegen auf der Suche nach wertvollen Hinweisen. Nach dem Großbrand in der Nacht zu Samstag im Wesertor sollen die beiden Kriminaltechniker herausfinden, wie das Feuer ausgebrochen ist. Dabei gilt es vor allem zu klären, ob jemand den Brand vorsätzlich gelegt haben könnte. Darauf gab es am Ende des Tages aber keine Hinweise. Die Polizei geht daher von einem technischen Defekt aus.

„Vermutlich können wir die Brandursache nicht mehr hundertprozentig klären, weil es sich um einen Vollschaden handelt“, sagt Brandermitttler Horst Cäsa von der Kasseler Kriminalpolizei. Das heißt, dass die Flammen auch viele Spuren vernichtet haben.

Zwei Millionen Euro Schaden

Mehr als zwei Millionen Euro Schaden sind bei dem Brand, der in zwei Buchbindereibetrieben und einer Tischlerei gewütet hat, entstanden, schätzt Cäsa. Viele teure Maschinen der Handwerksbetriebe sind zerstört worden. Der Hallenkomplex ist wohl abbruchreif.

Bilder vom Brandort

Großbrand am Kasseler Wesertor

In der Regel liege der Brandherd dort, wo das Feuer am meisten Schaden hinterlassen hat, erklären die LKA-Experten. Daher gehen sie davon aus, dass das Feuer in der größeren, im rechten Gebäudeteil befindlichen Buchbinderei entstanden ist. Dort stürzte aufgrund der starken Hitze auch das Dach der Halle ein. In diesem Bereich gilt es für die Kriminaltechniker zu untersuchen, ob ein technischer Defekt das Feuer verursacht hat - oder aber, ob sich Brandbeschleuniger oder andere Hinweise darauf finden, dass jemand nachgeholfen hat. Das war am Montag nicht der Fall. Damit bestätigte sich die erste Vermutung eines technischen Defekts. Dieser muss im Bereich der größeren der beiden Buchbindereien das Feuer entfacht haben, das dann auf den gesamten Hallenkomplex übergriff.

Video: Stundenlange Löscharbeiten

Video: Schreinerei in Flammen

Von Katja Rudolph

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