Sitzmöglichkeiten nicht wegen Corona weg

Ärger um abgebaute Bänke: Situation am Wesertorplatz ist weiter Problem

Seit April abgebaut: Schon vor Corona hatte man sich entschlossen, die Bänke am Wesertorplatz temporär abzubauen. Die Pandemie hatte das Vorhaben verzögert.
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Seit April abgebaut: Schon vor Corona hatte man sich entschlossen, die Bänke am Wesertorplatz temporär abzubauen. Die Pandemie hatte das Vorhaben verzögert.

Dort, wo bis vor einigen Wochen auf dem Wesertorplatz noch Sitzmöglichkeiten waren, sind die Halterungen der Bänke jetzt mit Eisengittern abgesperrt. Manch einer fragt sich, ob Corona der Grund dafür ist.

„Mit Corona hat die Sperrung nichts zu tun“, sagt Ortsvorsteherin Anna-Elisabeth Lattrich. Da sich die Lage vor Ort trotz intensiver Bemühungen nicht verbessert habe, sind die Bänke auf ausdrückliche Bitte der Stadtteilakteure vorübergehend abgebaut worden, um für eine Entspannung der Situation zu sorgen, heißt es von der Stadt Kassel.

Der zentralgelegene Wesertorplatz beschäftigt den Stadtteil schon seit Jahren. Das Verhalten der Personen, die sich dort regelmäßig aufhalten, hatte immer wieder zu Konflikten mit Anwohnern und den dortigen Gewerbetreibenden geführt. Auch die Polizei verzeichnete in der Vergangenheit mehrfach Einsätze unter anderem wegen Lärmbelästigung. Deshalb hatte man sich schon vor der Pandemie entschieden, die Bänke zeitweise abzubauen, um damit möglicherweise die Situation verbessern zu können.

Das Vorhaben hatte sich allerdings durch Corona verzögert und weil es zuerst geheißen hatte, dass die Bänke nicht abgebaut werden könnten, weil sie teilweise durch Fördergelder finanziert worden sind. Seit April sind die Sitzflächen jetzt abgeschraubt worden. Aber Ortsvorsteherin Lattrich hat eine gute Nachricht: Im Juni sollen die Sitzgelegenheiten zurückkommen. Derzeit werden sie außerdem saniert.

Mit den Bänken sind für Lattrich zwei Aspekte verbunden. Anwohner hätten berichtet, dass es jetzt ruhiger am Wesertorplatz sei, an dem bereits seit Jahren ein Alkoholverbot herrscht. „Aber mit Blick auf Corona, wenn auch viele draußen sitzen, ist es schwieriger, wenn jetzt auch noch Möglichkeiten fehlen“, sagt Lattrich.

Auch habe sie Rückmeldungen bekommen, dass vielen die Sitzmöglichkeiten auf dem Platz fehlen. „Wer hier sitzt, sitzt hier gern, weil man dort das ganze Geschehen mitbekommt“, sagt Lattrich.

Um die Situation zu verbessern, hatte sich ein runder Tisch gegründet. Viele Institutionen und Personen bemühen sich um eine nachhaltige Verbesserung der Situation, heißt es auch von der Stadt Kassel. Es habe sowohl einen Austausch mit der Polizei gegeben. Auch die aufsuchende Suchthilfe habe vor Ort viele Gespräche geführt.

Langfristige Verbesserungen haben sich trotz des großen Engagements der verschiedenen Stellen leider bisher nicht erzielen lassen, so die Stadt. Auch über unkonventionelle Ideen wie eine temporäre künstlerische Bespielung habe man nachgedacht. Die Künstlerin Sarah Metz sollte mithilfe von Aktionen eine positivere Stimmung auf dem Platz herstellen. Durch Corona kam dieses Vorhaben nicht zustande.

Der Abbau der Bänke stellt allerdings auch für die Stadt keine endgültige Lösung dar. Die Auswirkungen dieser Maßnahme für den Wesertorplatz werde man jetzt beobachtet und zu einem späteren Zeitpunkt mit den Akteuren aus dem Stadtteil neu bewerten, heißt es. (Kathrin Meyer)

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