Pächtersuche per Inserat

Neustart für Gastro-Pläne im Karlshospital: Lokal künftig nur noch im Keller

Baudenkmal mit Restaurant und Biergarten am Fluss: Die Gastronomie im Karlshospital ist zurzeit geschlossen.
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Baudenkmal mit Restaurant und Biergarten am Fluss: Die Gastronomie im Karlshospital ist zurzeit geschlossen.

Die ursprünglichen Pläne für eine gastronomische Neubelebung im Karlshospital haben sich zerschlagen: In die früheren Wirtshausräume des Lokals „Karls“ ist die Stadt Kassel mit Büros eingezogen.

Kassel – Sie waren schon sehr konkret, die Planungen für einen Neustart der Gastronomie im historischen Karlshospital zwischen Altmarkt und Katzensprung. Vincenzo Busuito, Gastronom aus der Markthalle, und Immobilienkaufmann Yavuz Özmen, dem ein Großteil des Gebäudes gehört, wollten dem geräumigen Wirtshaus eigentlich schon vor einem Jahr gemeinsam neues Leben einhauchen. Seit Ende 2019 hatte das frühere Lokal „Karls“ bereits leergestanden.

Doch die Pandemiezeit hat die Pläne in der ursprünglichen Form durchkreuzt. Derzeit wird per Inserat auf Immobilienportalen ein neuer Betreiber gesucht – allerdings nicht mehr für die „Karls“-Räumlichkeiten, die viele noch kennen. Die sind nämlich inzwischen umgebaut und als Büroflächen an die Stadt Kassel vermietet. Dort ist seit Oktober 2020 das städtische Amt „Kindertagesbetreuung“ untergebracht.

Bei dem Vermietungsangebot, das mit dem Foto des Karlshospitals unter dem Titel „Gastronomiefläche im historischen Altbau“ im Netz kursiert, gehe es schwerpunktmäßig um den imposanten Gewölbekeller, der seit der Sanierung des Karlshospitals nur sporadisch für Veranstaltungen genutzt worden ist. Das erläuterte auf Anfrage Jens Jordan, Inhaber der beauftragten Maklerfirma Jordan Immobilien. Neben den 450 Quadratmeter umfassenden Gast- und Nebenräumen im Gewölbe gehöre auch die 150 Quadratmeter große Terrasse an der Fulda zum Vermietungspaket.

Je nach dem Konzept eines künftigen Betreibers solle die Küchen- und Lüftungstechnik ertüchtigt und eine sinnvolle Anbindung zwischen Lokal und Terrassenbereich geschaffen werden, sagte Makler Jordan. Es gebe Interessenten aus der Region, die ein gastronomisches Engagement an dieser Stelle prüfen würden, noch sei aber kein Mietvertragsabschluss in Sicht. „Das ist ein reizvoller, aber auch kein einfacher Standort“, sagte Jordan. Wegen der noch andauernden Lockdown-Lage rechne er damit, dass sich die Vermarktung der Räumlichkeiten noch etwas hinziehen wird.

Eigentümer Özmen sprach gegenüber der HNA von einem „Plan B“ mit Blick auf die Vermietung der früheren Gasträume an die Stadt Kassel. Die Stadt sei auf ihn zugekommen und hätte eigentlich Flächen im oberen Gebäudebereich erhalten sollen, die dann aber entgegen der Planung doch nicht frei geworden seien. Daraufhin habe er ab Frühsommer 2020 die bisherige Lokalfläche aufwändig zu Büros umgebaut.

Dass nach diesem Entschluss nur noch Keller und Terrasse für gastronomische Aktivitäten verfügbar sind, habe er seinem bisherigen Planungspartner Busuito „mitgeteilt“, sagte Özmen. Er halte das Angebot an Busuito aufrecht, im Karlshospital einzusteigen, habe das Objekt aber parallel inseriert, „um vielleicht jemand mit einem anderen Konzept zu finden, damit wir nicht mehr so lange warten müssen.“

Nach Özmens Worten liegt es an der Pandemie, dass sich die Dinge anders entwickelt haben als zunächst geplant. Ein gastronomischer Neustart im Karlshospital ist nun jedenfalls erst mal nicht mehr in Sichtweite. (Axel Schwarz)

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