O, du kuriose Weihnachtszeit!

Weihnachtsbaum in Kassel ist hinter Gittern: Das ist der Grund dafür

Eingesperrt: Der Weihnachtsbaum auf dem Wesertorplatz ist so mit Sicherheit keine Gefahr mehr für Passanten.
+
Eingesperrt: Der Weihnachtsbaum auf dem Wesertorplatz ist so mit Sicherheit keine Gefahr mehr für Passanten.

Ein kleiner, eingesperrter Weihnachtsbaum sorgt in Kassel-Wesertor für Verwunderung. Die Ortsvorsteherin erklärt, was es mit dem Kuriosum auf sich hat.

Kassel – Da wundern sich die Passanten: Ein kleiner Weihnachtsbaum steht auf dem Wesertorplatz in Kassel hinter hohen Bauzäunen. Was ist denn da los? Er gehört seit zehn Jahren zur Adventstradition im Stadtteil Wesertor: Der Weihnachtsbaum auf dem Wesertorplatz.

In den vergangenen Jahren hatte jeweils das Stadtteilmanagement dafür gesorgt, dass dort ein stattlicher, vier bis fünf Meter hoher Baum in der Adventszeit die Dunkelheit erhellte. Doch was müssen Passanten dort in diesen Tagen erblicken: einen kleinen Baum, der von großen Bauzaunelementen gesichert ist.

Eingesperrter Weihnachtsbaum in Kassel: Laut Ortsvorsteherin ging es um Haftungsfragen

Ortsvorsteherin Annli Lattrich (Grüne) muss selbst schmunzeln, wenn sie von der Geschichte erzählt. In diesem Jahr habe das Straßenverkehrs- und Tiefbauamt Einwände gegen die bisherige Aufstellpraxis gehabt. Denn in den vergangenen Jahren wurde der Weihnachtsbaum in einem Metallständer befestigt und zusätzlich durch Bänder an anderen Bäumen auf dem Platz fixiert.

Diese Befestigungsvariante habe zwar bislang nie Probleme bereitet, aber das Amt habe Zweifel an der Stabilität der Konstruktion gehabt. „Es ging dabei vor allem um Haftungsfragen“, sagt Lattrich. Gefordert worden sei eine Bodenhülse, die aber so kurzfristig nicht auf dem Wesertorplatz umsetzbar gewesen sei.

Kassel: Zaun für den Weihnachtsbaum wurde kurzfristig gespendet

„Ich wollte aber die Tradition nicht einfach aufgeben, zumal schon unser Adventsmarkt im Stadtteil wegen Corona abgesagt worden war. Also habe ich mich gekümmert“, so die Ortsvorsteherin. Als Kompromiss mit der Behörde wurde eine Lösung gefunden, die bei Passanten mindestens für Irritationen sorgt. Ein ungefähr 1,50 Meter hoher Baum wurde mit einem Bauzaun umstellt. „So kann er wirklich niemandem auf den Kopf fallen“, sagt Lattrich. Der Zaun sei netterweise kurzfristig von der Firma Diekmann Bau gespendet worden.

Weitere Nachrichten aus der Stadt erhalten Sie mit unserem Kassel-Newsletter.

Die Ortsvorsteherin machte aus der Not eine Tugend. Sie hängte einen Zettel an den Zaun mit dem Hinweis, dass dort Geschenke angebracht werden dürfen. Aber keine verderblichen Lebensmittel. „Ich hoffe, dass möglichst viele die Idee aufgreifen und mitmachen.“ Und wer weiß, vielleicht wird der Baum hinter Bauzaun zur neuen Tradition. Damit wäre er ziemlich einmalig. (Bastian Ludwig)

Zu Beginn des Jahres warf eine löchrige Litfaßsäule in Kassel Fragen auf. Die Polizei konnte das Rätsel schlussendlich lösen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.