Grund war vermutlich versprühtes Reizgas

Feuerwehreinsätze im Kasseler Stadtteil Wesertor - acht Verletzte

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Kassel. Einen größeren Feuerwehreinsatz gab es am Samstagnachmittag im Kasseler Stadtteil Wesertor. Grund war laut Feuerwehr vermutlich Reizgas, das Unbekannte in einem Treppenhaus versprüht hatten.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 16.50 Uhr - Bei dem Vorfall an der Oskarstraße nahe des Real-Marktes wurden acht Menschen verletzt. Sie klagten über Atemwegsbeschwerden und wurden noch am Einsatzort behandelt. Ins Krankenhaus musste niemand. Eine Person war zuvor über eine Drehleiter aus dem Mehrfamilienhaus geholt worden.

Die Feuerwehr lüftete das Treppenhaus. Mittlerweile ist zudem die Sperrung der Oskarstraße aufgehoben worden.  Anschließende Messungen gaben keinen Aufschluss über die Ursache des Geruches.

Mehrere Rettungswagen und Fahrzeuge der Feuerwehr waren gegen 15.10 Uhr zu dem Einsatz ausgerückt. In dem betroffenen Haus sind 42 Personen gemeldet

Weiterer Feuerwehreinsatz an der Ysenburgstraße

 

Parallel zu dem Einsatz an der Oskarstraße gab es am Samstagnachmittag einen Einsatz an der Ysenburgstraße - ebenfalls im Stadtteil Wesertor. Dort war der Feuerwehr ein Wohnungsbrand mit Menschen in Gefahr gemeldet worden. Die Feuerwehrleute brachen drei Wohnungstüren auf - und fanden in einer Wohnung schließlich Essen, das auf einem Herd angebrannt war. 

Insgesamt waren bei beiden Vorfällen 70 Einsatzkräfte, darunter die Kasseler Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr Wolfsanger, vor Ort.

Feuerwehreinsätze im Kasseler Stadtteil Wesertor

Feuerwehreinsätze im Kasseler Stadtteil Wesertor
 © Andreas Fischer/HNA
Feuerwehreinsätze im Kasseler Stadtteil Wesertor
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Feuerwehreinsätze im Kasseler Stadtteil Wesertor
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Feuerwehreinsätze im Kasseler Stadtteil Wesertor
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Hintergrund: Zuletzt mehrere Vorfälle

In den vergangenen Monaten musste die Feuerwehr im Kasseler Stadtgebiet bereits mehrfach zu Einsätzen mit Reizgas ausrücken. Erst Mitte Dezember hatte jemand versehentlich in einer Drogerie in Niederzwehren Reizgas versprüht. 14 Personen waren bei dem Vorfall leicht verletzt worden.

In einem Penny-Markt in der Wiener Straße in der Nordstadt waren im November zehn Menschen verletzt worden. Auch hier hatte ein Unbekannter Reizgas versprüht.

Im September hatte ein Schüler an der Wilhelm-Lückert-Schule in Wehlheiden ebenfalls Gas versprüht, anschließend hatten 23 Schüler über Atemwegsreizungen geklagt.

Das sagt die Feuerwehr:

Im Kasseler Stadtgebiet musste die Feuerwehr in den vergangenen Monaten mehrfach ausrücken, weil Unbekannte Reizgas versprüht hatten. Uwe Kößler von der Kasseler Feuerwehr beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema.

Herr Kößler, was fällt unter den Begriff Reizgas?

Uwe Kößler: Reizgas begegnet uns im Alltag vorwiegend in Form von Tierabwehrspray, das einen bestimmten Reizstoff enthält. Eine Anwendung gegenüber Menschen ist nur in einer Notlage oder zur Notwehr erlaubt. Polizeikräfte besitzen eine Ausnahmegenehmigung.

Wie kommen Privatpersonen an Reizgas?

Kößler: Pfefferspray war in der Vergangenheit nur in Geschäften mit Jagdbedarf oder im Onlinehandel erhältlich. Seit die Nachfrage in den letzten Jahren stark gestiegen ist, gibt es das Abwehrspray auch bei der Drogeriekette dm. Abwehrsprays dürfen an Jugendliche ab 14 Jahren abgegeben werden.

Wie groß muss die ausgetretene Menge sein, damit sich die Wirkung des Reizgases bemerkbar macht?

Kößler: Das ist häufig vom persönlichen Empfinden abhängig. Bei Personen mit Atemwegserkrankungen können schon kleinste Mengen zu schweren Beschwerden führen.

In Kassel gab es zuletzt mehrere Fälle, was kann der Grund dafür sein?

Kößler: Vielfach Unwissen und die falsche Handhabung des Sprays. Gerade Jugendliche unterschätzen häufig die Auswirkungen und machen sich nicht klar, dass mit Reizgas nicht zu scherzen ist.

Hier liegt der Einsatzort:

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