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Geplantes Flüchtlingsheim liegt in Überschwemmungsgebiet

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Von: Bastian Ludwig

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Bauarbeiten laufen: Der ehemalige Massa-Markt wird derzeit in eine Flüchtlingsunterkunft umgebaut. Im August sollen die ersten Bewohner einziehen. Foto: Ludwig
Bauarbeiten laufen: Der ehemalige Massa-Markt wird derzeit in eine Flüchtlingsunterkunft umgebaut. Im August sollen die ersten Bewohner einziehen. Foto: Ludwig

Wesertor. In die geplante Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Massa-Markt sollen im August die ersten Bewohner einziehen. Das Gebäude im Stadtteil Wesertor, das die städtische Wohnungsbaugesellschaft GWG gekauft hat und derzeit umbaut, liegt allerdings in einer Flutmulde.

Bei Hochwasser stand die Immobilie in früheren Jahren regelmäßig unter Wasser. Die GWG will nun für 40.000 Euro eine Schutzvorrichtung gegen Hochwasser installieren.

Karl Gertenbach erinnert sich noch gut an das beinahe jährlich wiederkehrende Hochwasser. Der Kasseler war bis 1997 Marktleiter des Massa-Baumarktes am Ostring. „Nach der Schneeschmelze drückte regelmäßig das Wasser in die Halle. Wir mussten alle Paletten hochstellen“, sagt Gertenbach. Weil nun Menschen in die Immobilie ziehen, wolle er auf das Problem hinweisen, dass sich bereits kurz nach der Eröffnung des Marktes im Jahr 1977 eingestellt habe.

„Beim Bau wurde darauf verzichtet, eine Stauklappe zu installieren. So wurde das Wasser bei Fuldahochwasser durch die Kanäle nach oben gedrückt“, sagt Gertenbach.

GWG und Stadt Kassel sind sich der grundsätzlichen Gefahr bewusst. Vor dem Kauf sei diese Frage geprüft worden. Allerdings habe es schon sehr lange kein gravierendes Hochwasser mehr in diesem Bereich gegeben. Selbst 1995, als der höchste Wasserstand seit Jahrzehnten zu verzeichnen gewesen sei, habe das Wasser nur bis an die Außengrenzen des Gebäudes gereicht. Der ehemalige Marktleiter Gertenbach glaubt aber sicher zu sein, dass es bis in die 90er-Jahre Überschwemmungen gegeben hat.

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Um ähnliche Ereignisse zu vermeiden, lässt die GWG vorsichtshalber Schutzvorrichtungen installieren. Diese seien in der Lage, Hochwasser bis zu einem Meter über der Fußbodenkante zurückzuhalten, teilt GWG-Geschäftsführer Peter Ley mit. Die Investition von 40 000 Euro diene auch dazu, dass Gebäude nach der Nutzung als Flüchtlingsheim besser weiterverwenden zu können.

Wie die HNA berichtete, sollen im August zunächst für vier Jahre bis zu 240 Flüchtlinge in den ehemaligen Baumarkt einziehen. Zwar sind die Flüchtlingszahlen derzeit rückläufig, aber die Stadt will ausreichend Reserveflächen schaffen. Das Gebäude soll als Zweitunterkunft dienen und ist für Menschen gedacht, die eine Aussicht auf ein Bleiberecht haben.

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