Arbeiten an Sodensternstraße haben begonnen

Gebäude drohte auf Park in Kassel zu stürzen - jetzt wurde mit dem Abriss begonnen

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Wird abgerissen: Unser Foto zeigt den Park an der Sodensternstraße und dahinter die Rückseite des einsturzgefährdeten Hauses. Hier sind Arbeiter dabei, den Abriss durch eine provisorische Zufahrt vorzubereiten.

Bei einem einsturzgefährdetem Haus am Wesertor in Kassel wurde nun der Abriss beschlossen. Zuvor hatte es Streit zwischen den Miteigentümern des Hauses gegeben. 

  • Streit um einsturzgefährdetes Haus am Wesertor
  • Grünanlage am Wesertor war lange wegen Einsturzgefahr des Hauses gesperrt
  • Nun wurde mit dem Abriss des Hauses begonnen

Wesertor – Mehr als 14 Monate ist der „Park der Begegnung“ an der Sodensternstraße schon gesperrt, weil ein dahinter liegendes Haus einsturzgefährdet ist. Nach einem langen Streit innerhalb der Eigentümergemeinschaft und mit der Stadt Kassel wird diese Woche mit dem Abbruch begonnen.

Anschließend kann die erst 2013 neu gestaltete Grünanlage samt Bolzplatz wieder freigegeben werden.

Einsturzgefährdetes Haus: Wohnungen in Kassel stehen schon seit mehr als 20 Jahren leer

Bei dem baufälligen Gebäude handelt es sich um ein Hinterhaus, das zum Wohnhaus Ysenburgstraße 28 gehört. Seit mehr als 20 Jahren schon stehen die sechs Wohnungen des Hauses leer. Weil das Dach undicht war, wurden die Zwischendecken so sehr beschädigt, dass sie einstürzten.

Im November 2018 stellte die Stadt schließlich fest, dass die Standsicherheit nicht mehr gegeben sei und riegelte aus Sicherheitsgründen den Park ab. Auch die Bewohner der Ysenburgstraße 28 und deren Nachbarn dürfen seitdem nicht mehr ihre Gärten nutzen. Es folgte eine monatelange Hängepartie.

Einsturzgefährdetes Haus in Kassel: Miteigentümer stritten um Abriss

Diese wäre aus Sicht von Markus Freiboth, einem Miteigentümer der Immobilie, nicht nötig gewesen. Freiboth wollte das marode Haus schon längst abreißen lassen, auch um die Situation für seine Mieter im Vorderhaus zu verbessern. Doch einige Miteigentümer waren gegen einen Abriss. Sie forderten die Sanierung und wollten diese auf gerichtlichem Wege erzwingen.

„Dabei hatte ein Gutachter festgestellt, dass die theoretischen Wiederaufbaukosten bei 1,5 Millionen Euro liegen“, sagt Freiboth. Hinzu komme, dass es unverantwortlich sei, Bauarbeiter in das Haus zu lassen. Handwerker, die im Herbst 2018 das Dach abdichten sollten, hatten sich geweigert.

Einsturzgefährdetes Haus: Auch Stadt Kassel war zunächst gegen Abriss

Auch die Stadt Kassel wollte zunächst den Abriss nicht anordnen. Dies sei ein zu starker Eingriff in die Rechte der Eigentümer, hatte es vor einem Jahr aus dem Rathaus geheißen. Stattdessen forderte sie die Eigentümergemeinschaft im Sommer 2019 auf, die Standsicherheit des denkmalgeschützten Baus wiederherzustellen. 

Denkmalgeschützt: Das Hinterhaus steht seit mehr als 20 Jahren leer. Im Inneren sind Decken eingestürzt.

„Das war völlig irrsinnig“, sagt Freiboth. Er widersprach der Anordnung der Stadt. Vor zwei Monaten habe diese eingelenkt und den Abriss verfügt.

Für den Fall, dass der Abbruch nicht erfolgt, drohte die Stadt nun, dies für 300.000 Euro selbst zu beauftragen und die Kosten den Eigentümern zu berechnen. „Das ist viel zu teuer. Wir lassen den Abriss für die Hälfte erledigen“, sagt Freiboth.

Einsturzgefährdetes Haus in Kassel: Abbruch nun in die Wege geleitet

Bereits gestern war eine Firma damit beschäftigt, im Park den Abbruch vorzubereiten. Durch die lange Sperrung der Grünanlage in Kassel wegen des einsturzgefährdeten Hauses hat diese gelitten. Der Bolzplatz ist in einem schlechten Zustand. Freiboth sieht nicht ein, dass er für Instandsetzungsarbeiten aufkommen soll.

Nach Auskunft der Stadt soll der Park am Wesertor nach Abschluss des Abrisses wieder in Ordnung gebracht werden.

Die Bauaufsicht sei nicht der Buhmann in dieser Geschichte, sagt ein Stadtsprecher. „Die Behörde hat auf mehreren Ebenen versucht, die Eigentümer aufzufordern, dafür zu sorgen, dass keine Gefahr mehr von dem Gebäude ausgeht“, so der Sprecher.

Kassel: Einsturzgefährdetes Haus in Kaufungen

Auch in Kaufungen war 2019 ein Haus einsturzgefährdet. Hier musste die Feuerwehr anrücken, um die Bewohner des Hauses zu evakuieren.

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