BUND und Linke fordern Spuren für Radfahrer und weniger Platz für Autos

Kritik am Umbau der Ysenburgstraße

Stadt will vier Fahrspuren erhalten: Geplante Sanierung der Ysenburgstraße sorgt für Debatte. Archiv
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Stadt will vier Fahrspuren erhalten: Geplante Sanierung der Ysenburgstraße sorgt für Debatte. Archiv

Die geplante Sanierung der Ysenburgstraße und des dortigen Gehweges im Wesertor hat Kritik hervorgerufen. Nachdem bereits der Ortsbeirat die Pläne mehrheitlich abgelehnt hatte, kommt nun auch Widerspruch vom BUND und der Kasseler Linken.

Kassel - Wie die HNA berichtete, will die Stadt nächstes Jahr die Fahrbahndecke der Ysenburgstraße zwischen Weserstraße und Schützenstraße sanieren. Bereits in der zweiten Jahreshälfte 2021 sollte der Gehweg auf der Südseite (auf der Seite der Carl-Schomburg-Schule) instandgesetzt werden. Auch Aufenthaltsflächen sind dort geplant. 1,4 Millionen Euro sind für das Projekt veranschlagt.

Für Kritik bei Linken und BUND sorgt vor allem, dass es keine eigenen Radspuren geben soll. Die Pläne sehen vor, die Radfahrer teilweise auf Gehwegen zu führen und dann über markierte Furten auf die Fahrbahnen zu führen. „Die Planung der Sanierung der Ysenburgstraße im Wesertor zeigt: die SPD hat kein ernsthaftes Interesse an mehr Radverkehr“, sagt Mark Bienkowski, umweltpolitischer Sprecher der Kasseler Linken. Dies überrasche umso mehr, als dass das Radverkehrskonzept 2030 der Stadt Kassel konkrete Vorschläge für den Umbau der Ysenburgstraße gemacht habe. Danach sollte zum Beispiel der Radverkehr je Fahrtrichtung eine Spur erhalten, die dem Autoverkehr entzogen werden sollte.

Auch der BUND Kassel appelliert an Magistrat und Stadtverordnete, die Sanierung für Verkehrsberuhigungsmaßnahmen zu nutzen. Die im Ortsbeirat vorgestellten Maßnahmen ließen leider nur kosmetische Änderungen erwarten. Der Verkehr auf vier Spuren bleibe erhalten. „Dies ist völlig inakzeptabel und nicht im Sinn der über 20 000 Unterstützer des Radentscheids“, sagt Stefan Bitsch vom BUND Kassel. Der Umweltverband schlägt ebenfalls vor, jeweils eine Fahrspur dem motorisierten Verkehr zu entziehen und als Fahrradweg auszuweisen.

Ortsvorsteherin Ingeborg Jordan (SPD) hält diese Vorschläge für realitätsfern. Das Verkehrsaufkommen sei zu hoch, um es auf nur eine Spur pro Fahrtrichtung zu kanalisieren. Die Ysenburgstraße ist mit 30 500 Autos täglich eine der am stärksten befahrenen Straßen im Stadtgebiet.

Jordan hat Sorge, dass das Projekt, das etwa viele Verbesserungen für Fußgänger mit sich bringe, nun aufgeschoben wird. Sie bedauert deshalb das ablehnende Votum ihres Ortsbeirates.

Nun muss die Bau- und Planungskommission endgültig über die Sanierung entschieden. (Bastian Ludwig)

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