Kurze Ampelphasen: Morgens häufig Staus an der Kasseler Weserspitze

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Nadelöhr für Einpendler: So entspannt wie auf diesem Luftbild fließt der Verkehr an der Weserspitze morgens zur Berufsverkehrszeit nicht. Von der Fuldatalstraße (links) und von der Ihringshäuser Straße (Bildmitte) kommend müssen Autofahrer längere Wartezeiten an den Ampeln einkalkulieren.

Wolfsanger/Wesertor. Der morgendliche Weg in Richtung Kasseler Innenstadt wird für Autofahrer aus Wolfsanger häufig zur Geduldsprobe: Oft dauert es mehrere Ampelphasen, bis sie das Nadelöhr an der Einmündung der Fuldatal- auf die Weserstraße passieren können.

Dort bilden sich zwischen 7 und 8 Uhr stattliche Rückstaus - wie auch auf der Ihringshäuser Straße, auf der sich weitere Ströme von Einpendlern nähern. Zum Verdruss vieler Fahrer auf der Fuldatalstraße schaffen es bei Grün manchmal nur drei, vier Autos, in die Weserstraße einzubiegen, bevor die Ampel wieder auf Rot springt.

Warum das so ist, erläuterte Dietmar Löns vom Straßenverkehrsamt im Ortsbeirat Wolfsanger: Die Grünphasen rund um die Weserspitze würden abhängig vom Verkehrsaufkommen gesteuert. Zusätzlich griffen die Straßenbahnen, die diesen Bereich passieren, per Automatiksignal in die Steuerung ein, um vorrangig mit freier Fahrt bedient zu werden.

Das geschieht laut Löns 24 Mal pro Stunde, wobei die Mehrzahl der Trams tendenziell kürzere Auto-Grünphasen an der Einmündung Fuldatalstraße bewirken würden. So könne es sein, dass statt durchschnittlicher 18 bloß acht Sekunden lang freie Fahrt ist. Eine aus Wolfsanger kommende Tram der Linie 6 sorge andererseits für längere Grünsignale, erläuterte der Fachmann.

An der Leistungsgrenze

Löns machte den Zuhörern wenig Hoffnung, dass sich das Stauproblem durch andere Ampelschaltungen entschärfen lasse. „Wir sind in diesem Bereich an der Leistungsgrenze“, sagte er. Auf dem kurzen Abschnitt zwischen Weserspitze und Ysenburgstraße müsse das gesamte Verkehrsaufkommen, das aus Richtung Ihringshausen und Wolfsanger hereinströmt, in die jeweiligen Fahrtrichtungen sortiert werden (siehe Grafik). Weder am verfügbaren Platz noch an der Einpendlermasse sei etwas zu gestalten.

Dass der öffentliche Nahverkehr Vorrang habe, sei verkehrspolitisch so gewollt, sagte Löns. Und den Fußgängern werde morgens zugunsten des Fahrzeugflusses bereits die geringstmögliche Überquerungszeit zugeteilt.

Viele ortskundige Wolfsangerer versuchen das Nadelöhr zu umfahren, indem sie 250 Meter vor der Ampel rechts in den Ostring einbiegen und sich auf der breiten Ihringshäuser Straße der Weserspitze nähern. Das klappt gelegentlich, ist aber nicht immer der kürzere Weg: Bei bestimmten Konstellationen herannahender Straßenbahnen stehen die Fahrer dort manchmal länger vor der roten Ampel, als sie auf der Fuldatalstraße hätten warten müssen.

Diesen Schleichweg hatten die Planer laut Löns als Entlastung einkalkuliert, als die Kreuzung Weserspitze im Jahr 2003 neu gestaltet wurde. Dass sich andere Fahrer in Richtung Hafenbrücke aber via Gartenstraße durch die Wohnbebauung pirschen, sei nicht beabsichtigt.

Von Axel Schwarz

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