Drogenszene im Quartier

Lärm nervt Anwohner: Klagen über Besucher des Trinkraums im Hansa-Haus

Wesertor. Seit dem Sommer klagen die Anwohner des Quartiers hinter dem Hansa-Haus (Kurt-Schumacher-Straße 23-31) über eine ständige Lärmbelästigung. Der Grund: Klienten des dort ansässigen Trinkraums nutzen die Außenflächen hinter dem Haus zum Verweilen.

Und mittlerweile haben auch andere Gruppen, beispielsweise Jugendliche, die Grünanlagen und Kinderspielplätze am Hanseatenweg und Pferdemarkt als Treffpunkt auserkoren.

Ein Anwohner äußerte in der Sitzung des Ortsbeirats Wesertor seinen Unmut jedoch nicht nur über den Lärm, sondern auch darüber, dass dort Alkohol und Drogen konsumiert werden. „Das sind „unhaltbare Zustände“, sagte er. Ganz offensichtlich werde auf den Plätzen gedealt. Selbst vor den beiden Kinderspielplätzen mache das keinen Halt. Dort würden zudem Müll und Fäkalien, beispielsweise im Sandkasten, hinterlassen.

Auch die Mitglieder des Ortsbeirats haben diese Entwicklung beobachtet. Ortsvorsteherin Ingeborg Jordan (SPD) bestätigte die Beschwerden der Anwohner. „Ich verstehe, dass die Menschen bei schönem Wetter draußen sein wollen, aber es muss klare Regeln geben“, sagte sie. Zudem hätten diese Treffpunkte wohl dazu geführt, dass sich die Drogenszene vom Stern in das Quartier hinein verlagert habe.

Der Trinkraum ist seit 2012 im Hansa-Haus beheimatet und bietet alkoholabhängigen Menschen einen Rückzugsraum. Betrieben wird er vom Verein „Szene Direkt“. Mit ihm hat der Ortsbeirat das Gespräch gesucht, um Ruhe in das Geschehen zu bringen – bisher ohne Erfolg.

„Wir halten das Konzept Trinkraum für gescheitert“, sind sich die Kommunalpolitiker einig. Aus diesem Grund haben sie sich dagegen ausgesprochen, dem Betreiber aus dem städtischen Haushalt 2017 einen Zuschuss von 45.000 Euro zu gewähren.

Mögliche Alternative

Sie plädieren dafür, das Geld in das Programm Aufsuchende Suchthilfe zu investieren – für den Ortsbeirat eine Alternative, die mehr Erfolg verspreche. Zudem erwartet der Ortsbeirat, dass der Belästigung der Anwohner durch Lärm, Alkohol und Drogen ein Ende gesetzt wird.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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