Mittwoch geht die Suche weiter

Leichenfund: Taucher suchen in der Fulda nach weiteren Spuren

Kassel-Wesertor. Im Zusammenhang mit der am Mittwoch gefundenen Frauenleiche an der Fulda wurde am heutigen Dienstag die Spurensuche fortgesetzt.

„Wir sammeln alles ein, was tatrelevant sein könnte“, sagt Kriminalhauptkommissar Dirk Kleinhans, Leiter des Erkennungsdienstes im Polizeipräsidium Nordhessen, als er am Dienstagmittag am Ufer der Fulda steht. Kleinhans schaut auf die Taucher der Bereitschaftspolizei aus Mühlheim, die den Grund der Fulda auf weitere Hinweise im Fall der unbekannten getöteten Frau absuchen. Da man in dem Fluss nur etwa eine Sicht von 20 bis 30 Zentimeter hat, sind die Taucher in erster Linie auf ihren Tastsinn angewiesen, sagt Polizeisprecher Torsten Werner. „Wir erhoffen uns, hier die ganz heiße Spur zu finden.“ Die Taucher werden in dem trüben Gewässer mit einem Seil gesichert.

Fingerspuren sichern

Was sind tatrelevante Gegenstände? Ein leerer Plastikbeutel, von denen einige im Fluss schwimmen, wohl eher weniger, sagt Kleinhans. Eine heiße Spur wäre hingegen eine Handtasche, die möglicherweise dem Opfer gehörte.

Auf Gegenständen, die nicht länger als mehrere Wochen im Wasser gelegen haben, könne man auch noch Fingerspuren sichern, erklärt Kriminalhauptkommissar Jörg Kazcmarek vom Erkennungsdienst.

Die Leiche der Frau war vergangenen Mittwoch zwischen Fulda und dem Fulda-Radweg im Stadtteil Wesertor unter Grünabfällen entdeckt worden. Die Ermittler der für den Fall eingerichteten Sonderkommission „Hafen“ gehen aber davon aus, dass die Frau bereits ein bis zwei Wochen tot war, bevor sie gefunden wurde.

Bis zur Schleuse

Die nähere Umgebung des Fundorts war bereits vergangene Woche nach Spuren durchsucht worden. Am Samstag war der Erkennungsdienst mit einem Boot der Wasserschutzpolizei auf der Fulda unterwegs. Vom Fluss aus wurden beide Uferseiten bis zur Schleuse nach Wahnhausen nach Hinweisen gesichtet.

Dort seien zudem im Auffangrechen an der Fulda 30 Kubikmeter Treibgut unter die Lupe genommen werden, sagt Kleinhans. Bisher verlief die Suche am Fluss ohne Erfolg. Auch am Dienstag machten die Taucher keine Entdeckung, die die Ermittlungen weitergebracht hätten, sagt Werner.

Aktuelles am Mittwoch auf Kassel-Live.

Am Mittwoch soll es weitergehen: Mit Unterstützung der Bereitschaftspolizeiabteilung Kassel will die SK „Hafen“ schwerpunktmäßig den Uferbereich der Fulda auf Hinweise durchkämmen.

Tauchereinsatz nach Leichenfund auf der Fulda

3000 Euro Belohnung

Die Obduktion der Unbekannten ergab folgende Beschreibung: Die Frau war etwa 30 bis 50 Jahre, schlank, 1,72 Meter groß und hat dunkle, lange Haare. Unterhalb des Bauchnabels hatte sie eine kleinere Narbe, die sichtbar war.

Die Ermittler fragen: Wer kann Hinweise zur Identität der Frau geben? Wurde die Frau in der Vergangenheit im Kasseler Stadtteil Wesertor gesehen? Wer hat vor dem Auffindetag (Mittwoch, 6. Mai, 14 Uhr) verdächtige Beobachtungen auf dem Fulda-Radweg gemacht?

Für Hinweise, die zur Aufklärung des Tötungsdelikts führen, hat die Staatsanwaltschaft Kassel eine Belohnung von 3000 Euro ausgelobt.

Hinweise an die Soko Hafen unter Tel. 056/ 9100.

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