Fortsetzung ist bereits geplant

Erste „Kasseler Buchmesse“ präsentierte 6000 Bücher von türkischen Verlagen

Hatten die erste Kasseler Buchmesse mitorganisiert: Von vorn Emine Dalkiram, Aylin Dalkiram, Durmus Yildiz und Ayse Kocagöl. Foto: Ludwig

Wesertor. Die türkische Literatur ist im wahrsten Sinne des Wortes vielseitig. Dies konnten auch die gut 1000 Besucher der ersten „Kasseler Buchmesse“ erfahren. Die wartete von Freitag bis Sonntag im Stadtteilzentrum Wesertor mit einer großen Bandbreite an Lesestoff auf.

Von Kinderbüchern über Romane und Gedichtbände bis hin zu Ratgebern reichte das Angebot. Trotz des Namens „Kasseler Buchmesse“ – oder auf Türkisch „Kassel Kitap Fuari“ – wurden ausschließlich Bücher türkischer Verlage in türkischer Sprache, aber auch in deutscher Übersetzung, präsentiert. Insgesamt etwa 6000 Stück.

Von der Konzentration auf türkische Verlage wolle man bei der geplanten Fortsetzung der Buchmesse abkommen, erzählt Durmus Yildiz, Vorstandsvorsitzender des Kulturzentrums Rumi. Der Kasseler Kulturverein hatte die Messe gemeinsam mit der Initiative FID aus Edermünde-Besse organisiert. Zukünftig sollten auch Bücher von Verlagen aus anderen Ländern zum Verkauf angeboten werden, sagt Yildiz.

Kultur und Sprache lernen

Ein Ziel der Buchmesse war es, den aus der Türkei stammenden Kasseler Familien eine Möglichkeit zu geben, mit Literatur aus ihrem Herkunftsland in Berührung zu kommen. In Kassel kenne er keinen Buchhändler, der Bücher türkischer Autoren in türkischer Sprache auf Lager habe, erzählt Yildiz.

Und daran gibt es offenbar Bedarf. Denn während Yildiz, der 1972 nach Deutschland kam, in seiner Kindheit Probleme hatte, auf Deutsch zu lesen und zu schreiben, sei es heute umgekehrt. Viele der Kinder aus türkischen Familien könnten zwar gut Deutsch lesen und schreiben, aber beherrschten die Sprache ihrer Eltern oft nicht richtig. „Viele Kinder haben Probleme beim Lesen und Schreiben auf Türkisch“, erzählt Yildiz. Dabei fördere es Kinder, wenn sie zweisprachig aufwüchsen.

Neben der Präsentation und dem Verkauf der Bücher gab es im Stadtteilzentrum auch Lesungen und Seminare. So war etwa der bekannte türkische Autor Hikmet Anil Öztekin zu Gast, dessen Bücher in der Türkei millionenfach verkauft werden, und der in Kassel aus seinen Gedichten las.

Neben der Nahrung für den Kopf gab es im Stadtteilzentrum türkische Spezialitäten und Live-Auftritte mit der türkischen Laute Saz.

Von Bastian Ludwig

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