Langjähriges Ortsbeiratsmitglied eröffnete Schindelhaus

Armin Schreier ist tot: Er hatte ein Herz fürs Wesertor 

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Starb vergangene Woche: Armin Schreier war seit 28 Jahren im Ortsbeirat Wesertor aktiv. 

Kassel. Armin Schreier war seit 28 Jahren im Ortsbeirat Wesertor aktiv und eröffnete vor Kurzem das Schindelhaus. Vergangenen Mittwoch verstarb er unerwartet. 

Wenn sich Armin Schreier vorstellte, reichte er gerne seine Visitenkarte weiter. Wo bei anderen die Berufsbezeichnung steht, stand bei ihm in großen Buchstaben – nicht ganz ohne Ironie – „Privatier“. Dabei zog sich der 57-Jährige nie auf sein privates Wohlergehen zurück, sondern engagierte sich für Hilfsbedürftige und vor allem für seinen Kiez, das Wesertor. Das grüne Ortsbeiratsmitglied starb vergangenen Mittwoch unerwartet.

Armin Schreier eröffnete Schindelhaus

Kürzlich hatte er mit Weggefährten das Schindelhaus an der Mönchebergstraße neu eröffnet. Dort sollte mit  gutbürgerlichem Essen an Traditionen angeknüpft werden. 

Lesen Sie dazu: Schindelhaus am Kasseler Wesertor eröffnet heute wieder

Schreier stammt aus Wolfhagen und zog 1978 ins Kasseler Wesertor. Dem Stadtteil, der ihm mit all seinen sozialen Problemen besonders am Herzen lag, sollte er 40 Jahre lang die Treue halten.

Er machte zunächst eine Ausbildung zum Krankenpfleger und holte schließlich sein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nach. So standen ihm die Türen für das Sozialwesenstudium an der damaligen Gesamthochschule Kassel offen. Wegen einer Erkrankung war er aber seit Langem arbeitsunfähig.

Dies war bei Schreier aber nie mit Untätigkeit gleichzusetzen. So engagierte er sich mit aller Kraft im Ortsbeirat Wesertor – die meiste Zeit als stellvertretender Ortsvorsteher. Als solcher machte er sich unter anderem für die Einrichtung des Stadtteilzentrums und Verkehrsberuhigungen stark.

Sein soziales Engagement war vielfältig. Er besuchte mit den Grünen regelmäßig Gefangene und erst jüngst hatte er sich für die Hausbesetzerszene rund um die Villa Rühl an der Mönchebergstraße eingesetzt. Räume für die freie Kulturszene zu schaffen, war eines seiner großen Anliegen. Die Kraft und die Ideen für sein Engagement sammelte er auf seiner Veranda im Haus Mönchebergstraße 33.

Armin Schreier blickt auf 25-jährige Krankengeschichte zurück

„Armin blickte auf eine 25-jährige Krankengeschichte zurück, aber er hat nie den Mut verloren“, sagt Michael Kurz, mit dem er im November 2018 die Kneipe Schindelhaus reaktivierte. „Dabei ist er richtig aufgeblüht“, sagt Kurz. Das Schindelhaus solle nun in seinem Sinne weitergeführt werden.

Armin Schreier hinterlässt eine Ehefrau sowie eine erwachsene Tochter und einen erwachsenen Sohn.

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