Stadt stellt Bebauungsplan für Areal am Karlshospital auf

Neues Quartier am Fluss könnte entstehen

Bislang wenig attraktiv: Mit dem Karlshospital (rechts) und der Vogtschen Mühle (Hintergrund) gibt es gleich zwei bedeutende historische Orte an der Weserstraße. Aber auch noch viel Raum für Umgestaltung.
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Bislang wenig attraktiv: Mit dem Karlshospital (rechts) und der Vogtschen Mühle (Hintergrund) gibt es gleich zwei bedeutende historische Orte an der Weserstraße. Aber auch noch viel Raum für Umgestaltung.

Es ist ein Quartier mit Potenzial: Lange Zeit wurde das Areal rund um Karlshospital und Wasserkraftwerk Vogtsche Mühle an der Weserstraße städtebaulich vernachlässigt. Dabei liegt es zentral und hat durch seine unmittelbare Nachbarschaft zur Fulda viele Qualitäten.

Kassel - Nun bringt die Stadt einen Bebauungsplan auf den Weg. Dieser soll Grundlage für eine Entwicklung werden. So kann sich die Stadt dort beispielsweise den Neubau von Wohnungen vorstellen.

Im Zuge der geplanten Aufwertung ist es auch vorgesehen, den Radweg an der Fulda im Abschnitt zwischen Altmarkt und Katzensprung zu verbessern und so die Lücke im Radwegenetz zu schließen. Was den Bau von neuen Wohnungen angehe, sei dieser „in Teilbereichen“ möglich. So gibt es seit Längerem Planungen der Kasseler New Space AG, auf dem Parkplatz vor dem Karlshospital eine Appartementanlage für Studierende zu errichten.

Der neue Bebauungsplan stehe aber nicht im Kontext eines konkreten Bauprojektes, so ein Stadtsprecher. Die Flächen auf dem Areal seien überwiegend in privater Hand. Von diesen muss eine Initiative zur Bebauung ausgehen. Die Stadt spricht in dem Zusammenhang von einer „maßvollen Innenentwicklung“ und „standortverträglichen Nutzungen“.

Auch im jüngsten Ortsbeirat Wesertor war der Bebauungsplan Thema. Das Gremium sieht eine Entwicklung zumindest skeptisch. Deshalb standen der Leiter des Planungsamtes Volker Mohr und dessen Mitarbeiterin Theresa Hollstein dem Ortsbeirat Rede und Antwort. Es solle keine einseitige Nutzung geben, eher soziale Durchmischung, mit Studenten etwa. Wohnen an der Weserstraße und am Finkenherd könne so möglich werden. Die historische Bedeutung des Areals werde berücksichtigt, es gebe keine sechsstöckige Bebauung, so Mohr.

Der Ortsbeirat äußerte Bedenken im Hinblick auf den Bau eines großen Wohnhauses. Das Gebiet sei für die Stadtgeschichte Kassels von erheblicher Bedeutung.

Mit der Grünanlage Finkenherd, dem Karlshospital und der Vogtsche Mühle sowie den unterirdischen denkmalgeschützten Anlagen müsse behutsam umgegangen werden. Die Fläche zwischen Finanzamt und Katzensprung sei als Teil der alten Festungsanlage Kassels ein besonderes Bodendenkmal. So befand sich auf dem Stück bis zum Autovermieter Sixt die Bastion Ahnaberg, die als Teil der Festung 1571 fertiggestellt wurde. Der Bereich der früheren Judengasse und des Judenfriedhofes sei aus Pietätsgründen für eine Bebauung ungeeignet, die Judengasse archäologisch noch nicht erschlossen. Möglicherweise liege hier noch eine Mikwe, ein altes jüdisches Tauchbad. (Bastian Ludwig und Sabine Oschmann)

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