Stadt ließ Gelände nach Rechtsverstößen weitgehend einebnen

Ratten, Drogen, Müll: Schrebergärten an Fuldatalstraße in Kassel abgeräumt

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Statt Müll und Wildwuchs abgeräumte Flächen: Gegenüber vom Hochhaus der Seniorenwohnanlage Fasananhof hat die Stadt Kassel das bisherige Gartengelände gesäubert. Bis auf vier Gartenparzellen soll das Areal nun mit Rasen eingesät werden.

Kassel. Eine Baustelle an der Fuldatalstraße sorgt für Spekulationen: Ein Großteil des Schrebergartengeländes gegenüber dem Hochhaus der Seniorenwohnanlage Fasanenhof wurde von Baumaschinen eingeebnet.

Das Gelände auf Stadtteilgebiet vom Wesertor, unmittelbar an der Grenze zu Wolfsanger gelegen, gehört der Stadt Kassel. In der Nachbarschaft kursieren unterschiedliche Erklärungen über den Hintergrund der Bauarbeiten. 

Mal heißt es, es würde ein Parkplatz fürs Altersheim gegenüber geschaffen, mal sollen es Park-and-Ride-Flächen für KVG-Passagiere sein, mal ist von einem neuen Standort fürs Feuerwehrhaus von Wolfsanger die Rede, das demnächst neu und größer gebaut werden soll. Nichts davon trifft allerdings zu, wie eine Nachfrage der HNA bei der Stadt Kassel ergab.

Rathaussprecher Ingo Happel-Emrich sagte, bei dem Areal handele es sich nicht um eine geschlossene Kleingartenanlage, sondern um Freizeitgärten, die von der Stadt bisher an diverse Einzelnutzer verpachtet worden seien. Weil es auf dem Gelände aber „zahlreiche und andauernde Verstöße“ gegen den Pachtvertrag und gegen rechtliche Vorschriften gegeben habe, sei die Stadt aus den Verträgen mit mehreren Gartenpächtern ausgestiegen.

Die Betreffenden hätten auf den Grundstücken beispielsweise Tiere gehalten und Öfen betrieben, obwohl dies auf dem Gelände nicht zulässig sei, sagte Happel-Emrich. Auch gegen Rattenbefall auf den teils verwahrlosten und vermüllten Gartenparzellen habe die Stadt vorgehen müssen.

Der Ortsbeirat Wolfsanger hatte zudem schon vor längerem moniert, dass auf dem abgelegenen Gelände mit Drogen gehandelt werde und dass es im Zusammenhang damit zu Einbrüchen in Gartenlauben gekommen sei. Einzelne Vorfälle dieser Art hatte die Polizei im Jahr 2014 bestätigt.

Nun hat die Stadt die Probleme rund um das Gelände nachhaltig beseitigt. Nach der Abräum-Aktion seien lediglich vier Gärten erhalten geblieben und werden von den bisherigen Pächtern weitergenutzt, sagte Stadtsprecher Happel-Emrich. Der übrige, weit größere Flächenanteil werde „nach derzeitigem Stand nicht neu verpachtet und soll als Rasenfläche eingesät werden“.

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