Ehemaliger Massa-Möbelmarkt im Stadtteil Wesertor wird abgerissen

Schandfleck in Kassel verschwindet: Rewe baut neuen Supermarkt

Endlich: Der einstige Massa-Möbelmarkt an der Ecke Fuldatal-/Wilhelm-Speck-Straße wird abgerissen. An seine Stelle will Rewe einen modernen Supermarkt errichten lassen. Wann genau, steht noch nicht fest.

Kassel. Kassel und der Stadtteil Wesertor werden bald um einen architektonischen Schandfleck ärmer sein. Rewe baut dort einen modernen Supermarkt.

Wie die Rewe-Gruppe auf HNA-Anfrage bestätigte, will Deutschlands drittgrößter Lebensmittelhändler am Standort des einstigen Massa-Möbelhauses in der Fuldatalstraße – in direkter Nachbarschaft zum dortigen Lidl-Markt und schräg gegenüber der Edeka-Filiale an der Weserspitze – einen modernen Supermarkt errichten.

Zu Zeitplan, Größe und Kosten will Rewe derzeit keine Angaben machen. „Wir stehen da noch ganz am Anfang. Klar ist nur, dass wir dort investieren wollen“, sagte Rewe-Sprecherin Anja Krauskopf. Die Stadt erklärte, dass eine Abrissgenehmigung für das alte Gebäude erteilt worden sei, jedoch noch kein Bauantrag vorliege. Die Abrissarbeiten haben bereits begonnen.

Bei dem Standort an der Ecke Fuldatal-/Wilhelm-Speck-Straße handelt es sich um ein etwa 14.000 Quadratmeter großes, seit Jahren nicht mehr genutztes Gelände. Die Halle darauf befindet sich in einem erbärmlichen Zustand.

Die geplante Rewe-Investition bedeutet nicht nur eine architektonische Aufwertung des Stadtteils, sondern auch eine weitere Verbesserung der Lebensmittelversorgung im Wesertor. Denn neben Edeka und Lidl betreibt auch Aldi nur 250 Meter stadtauswärts einen Markt an der Fuldatalstraße. Und etwa 400 Meter weiter Richtung Fulda, am Franzgraben, sitzt Real seit den 1990er-Jahren auf dem Gelände des früheren Massa-Hauptmarkts.

Dieser sowie der ehemalige Baumarkt im rückwärtigen Bereich an der Schützenstraße sind von den Rewe-Plänen nicht betroffen. Letzterer gehört der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Kassel (GWG), die die ebenfalls leer stehende Immobilie 2016 erwarb und zum Flüchtlingsheim umfunktionieren wollte. Nun wird laut GWG-Chef Peter Ley erwogen, dort das Stadtarchiv unterzubringen.

Lageplan des Neubaus im Wesertor. Für die gesamte Übersicht bitte oben rechts klicken.

Abrissarbeiten haben begonnen

Die Riesenhalle an der Ecke Fuldatal-/Wilhelm-Speck-Straße und das Gelände drumherum sehen grausig aus: herunterhängende Fassadenteile und kaputte Rolltore, verrammelte Eingänge: Überall liegt Unrat herum, und das Unkraut sprießt in die Höhe. Keine schöne Visitenkarte für den Stadtteil und das Einfallstor aus Richtung Fuldatal. 

Doch vor einigen Tagen haben im rückwärtigen Bereich Abrissarbeiten begonnen. Es tut sich etwas auf dem Gelände des ehemaligen Massa-Möbelhauses. Endlich, werden viele Anwohner denken. Denn seit Jahren ist das Areal sich selbst überlassen. 

Mit der Absicht Rewes, dort einen modernen Lebensmittelmarkt zu errichten, geraten die Wettbewerber Edeka, Lidl und Aldi, die unweit ebenfalls Märkte betreiben, und auch Real im einstigen Massa-Hauptgebäude einige hundert Meter weiter unter Druck. Denn ihre Filialen sind allesamt betagt, zum Teil sogar sehr betagt und entsprechen in Größe, Ausstattung, Struktur, Energie-Effizienz und Anmutung längst nicht mehr dem aktuellen Standard. 

1971 in Kassel angesiedelt 

1971 war Massa nach Kassel gekommen. Der deutsch-schweizerische Kaufmann Karl-Heinz Kipp hatte die Kaufhauskette sechs Jahre zuvor gegründet und den Markt in den Folgejahren mit innovativen Ideen aufgerollt. 1994 verkaufte er Massa an die Metro-Tochter Real. 

Gemessen an den Lebensmittel-Riesen Edeka, Lidl, Rewe und Aldi ist Metro mit seinen bundesweit 282 Häusern, 7,25 Milliarden Euro Jahresumsatz und 34 000 Beschäftigten nur ein mittelgroßer Spieler auf dem umkämpften deutschen Markt. 

Mehrere Versuche der Mutter, die Kette zu verkaufen, scheiterten. Bis 2015 betrieb Real auch den großen Lebensmittelmarkt im Dez-Einkaufszentrum. Nach einem umfangreichen Umbau hat diesen Platz vor zwei Jahren Rewe besetzt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.