Schulen verlieren Parkplätze und befürchten weiteren sozialen Brennpunkt vor ihrer Tür

Geplante Sportfläche an Weserspitze sorgt auch für Kritik

In Sorge: Abendschulen-Leiter Eberhard Palzer (von links), Lehrer Jürgen Lerch und Personalratsvorsitzender Jürgen Elsner auf dem Parkplatz der Schule.
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In Sorge: Abendschulen-Leiter Eberhard Palzer (von links), Lehrer Jürgen Lerch und Personalratsvorsitzender Jürgen Elsner auf dem Parkplatz der Schule.

An der Weserspitze soll eine Sportfläche im Freien entstehen. Wo bisher die Lehrer des Goethe-Gymnasiums und der Abendschule ihre Autos parken, soll im Herbst mit dem Umbau begonnen werden. Doch es gibt Kritik am Vorhaben.

Kassel - Der Sporthof mit Ballsportspielfeld und Klettermöglichkeiten soll sowohl von Schülern des Gymnasiums wie allen anderen Kindern und Jugendlichen des Stadtteils Wesertor genutzt werden können. Entsprechendes Fördergeld hatte die Stadt eingeworben.

Besonders das Kollegium der Abendschule, das Teile der Räume des Goethe-Gymnasiums nutzt, hat Bedenken. Aber auch der Schulleiter des Goethe-Gymnasiums, Joachim Bollmann, sieht Vor- und Nachteile. Im Wesentlichen geht es um den Wegfall der Parkplätze. Von 50 Parkplätzen sollen 23 bleiben. Weil es im Umfeld fast nur kostenpflichtige und den Anwohnern vorbehaltene Parkplätze gebe, sei dies für das Lehrerkollegium, das bei der Abendschule zu großen Teilen aus dem Umland komme, ein Problem, sagt Jürgen Elsner, Personalratsvorsitzender der Abendschule. Und Bollmann sagt: „Die Parkplatzfrage war ein massives Argument gegen den Sporthof. Wir als Schule haben diesen Platz nicht gefordert. Die Initiative kam von der Stadt. Aber es gab auch in der Gesamtkonferenz eine Mehrheit für die Pläne.“ Er selbst sei unentschieden, was das Vorhaben angehe. Sicher sei der Sporthof ein Gewinn für den Stadtteil, aber der Schulleiter befürchtet einen sozialen Brennpunkt direkt vor seiner Schule. „Es ist nicht unrealistisch, dass es zu Lärm und Vandalismus kommt“, so Bollmann. Insofern sei er froh, dass die Fläche während der Unterrichtszeit allein den Schülern vorbehalten sei.

Auch Elsner macht sich Sorgen über Lärm in den Abendstunden. Denn dies ist die Zeit, in denen die 200 Schüler der Abendschule unterrichtet werden. Der Unterricht laufe bis 21.45 Uhr. Die Frage, ob eine Sportfläche wegen der hohen Feinstaubwerte an der Weserspitze grundsätzlich sinnvoll sei, müsse die Stadt beantwortet.

Ein Teil der Lösung könnte die Zusammenlegung der Abendschule mit dem Hessenkolleg in Rothenditmold sein. Doch der Zusammenschluss am Standort des Hessenkollegs an der Witzenhäuser Straße wird seit fast 15 Jahren diskutiert. Deshalb ist Eberhard Palzer, der Leiter von beiden Schulen ist, skeptisch. Zuletzt wurde als Umzugstermin Ende 2021/Anfang 2022 genannt. Doch vorher müssen sich die Stadt Kassel als Träger der Abendschule und das Land Hessen als Träger des Hessenkollegs noch über die finanziellen Konditionen einigen.

Auf HNA-Anfrage heißt es von der Stadt, dass man von einer Zusammenlegung im nächsten Jahr ausgehe. Die Verhandlungen mit dem Land liefen. Damit wird es keinen Umzug vor dem Start der Bauarbeiten im Oktober geben. Der Abschluss der Arbeiten ist im Mai 2022 geplant.

Die Stadt verweist darauf, dass die Planungen für die Umgestaltung seit 2009 liefen. Sowohl von den Schülern wie aus dem Stadtteil gebe es Bedarf an Freiflächen für Sport. Beide Schulen seien in die Pläne einbezogen worden. Bei zwei Stadtteilkonferenzen sei das Vorhaben vorgestellt worden. Es gebe viel positive Resonanz. Auch der Ortsbeirat Wesertor habe keine Bedenken geäußert. Eine begrünte Wand werde die Nutzer gegen den Verkehrslärm schützen. Gezielte Schadstoffmessungen hätten nicht stattgefunden. (Bastian Ludwig)

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