67-Jährige wohnt schon vier Jahrzehnte im Stadtteil

Vernetzt und engagiert: Anna-Elisabeth Lattrich ist Ortsvorsteherin in Wesertor

Anna-Elisabeth „Annli“ Lattrich ist die neue Ortsvorsteherin in Wesertor.
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Anna-Elisabeth „Annli“ Lattrich ist die neue Ortsvorsteherin in Wesertor.

Anna-Elisabeth Lattrich ist neue Ortsvorsteherin im Wesertor. Sie wohnt schon mehr als vier Jahrzehnte im Stadtteil, ist bestens vernetzt und vielfältig ehrenamtlich engagiert.

Kassel - „Das Ergebnis der Kommunalwahl im Wesertor hat mich in vielfältiger Weise überrascht“, sagt Anna-Elisabeth Lattrich von den Grünen. Dazu zählt, dass ihre Partei einen fast erdrutschartigen Sieg in diesem Stadtteil errungen hat, mit großem Vorsprung vor den bisher Ton angebenden Sozialdemokraten.

Positiv findet die 67-Jährige auch, dass „jetzt so viele junge Leute im Ortsbeirat sind. Das sehe ich als Chance.“ Eine böse Überraschung sei für sie aber die erschreckend geringe Wahlbeteiligung gewesen, sagt die selbstständige Grafik-Designerin. Es brauche einfach mehr Bürgerbeteiligung und Ermutigung für die vielen Initiativen und Ideen, die es im Stadtteil gebe.

Dafür kann sich Lattrich jetzt als neue Ortsvorsteherin von Wesertor einsetzen. Die passionierte Gartenfreundin und Radfahrerin wurde während der konstituierenden Sitzung des Ortsbeirats einstimmig zur Nachfolgerin der langjährigen Ortsvorsteherin Ingeborg Jordan (SPD) gewählt.

Das ist keine Selbstverständlichkeit. Denn rein rechnerisch hätte es auch andere Möglichkeiten gegeben. Doch das Ergebnis zeigt, wie konfliktarm das Gremium im Wesertor arbeitet und wie beliebt und über die Parteigrenzen hinweg respektiert die gebürtige Sauerländerin in diesem Ortsbeirat ist, in dem sie die letzten fünf Jahre schon stellvertretende Ortsvorsteherin war.

Mit ihrer Vorgängerin Ingeborg Jordan ist sie per Du. Jordan habe sie damals sogar ermuntert, für den Stellvertreterposten zu kandidieren, erzählt Lattrich. Und mit den „Linken“ kann die 67-Jährige offenbar auch ganz gut: Es ist wohl kein Zufall, dass der 24-jährige Student Oliver Schulze von der Partei die Linke zu ihrem Stellvertreter gewählt wurde – ohne Gegenstimme, bei einer Enthaltung von Seiten der SPD.

Lattrich, die viele im Stadtteil nur „Annli“ nennen, wird bei ihrer Arbeit zugutekommen, dass sie schon mehr als vier Jahrzehnte im Wesertor wohnt, bestens vernetzt und vielfältig ehrenamtlich engagiert ist. 1978 begann sie, an der damaligen Gesamthochschule Kassel visuelle Kommunikation zu studieren und erkundete dafür unter anderem auch ihren Stadtteil mit der Kamera. Mit dem Fotoapparat ist sie heute noch viel im Wesertor unterwegs. Daneben arbeitet Lattrich in der Redaktion des Stadtteilmagazins mit und im Gemeinschaftsgarten des Vereins Essbare Stadt.

Auch bei kirchlichen Projekten engagiert sie sich. Soziale Belange und der Zusammenhalt der Bürger im Stadtteil sind ihr wichtig. „Da kommt durch, dass ich auch mal Sozialpädagogin war“, meint Lattrich. Beim geplanten Umbau des Pferdemarktes wolle sie die guten Ideen und Projekte von Bürgern für gesellige Treffpunkte und Plätze unterstützen.

Lattrichs Stellvertreter Schulze ist im Asta und Studierendenparlament der Uni engagiert. Er interessiere sich vor allem für Soziales und Finanzen, sagte er in der Sitzung. Ingeborg Jordan hatte sich augenscheinlich vor der Enttäuschung des schlechten Wahlergebnisses ihrer Partei erholt. Sie beglückwünschte ihre Nachfolgerin und unterstützte Lattrich bei deren erster Sitzungsleitung. Blumen gab es für beide. (Peter Dilling)

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