Im Kasseler Stadtteil Wesertor

Wilde Müllhalde und Rattenproblem: Altes Haus an Ysenburgstraße ist Schandfleck

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Wilde Müllkippe: Vor der denkmalgeschützten Villa an der Ysenburgstraße 36 sammelt sich jede Menge Unrat. Türen uns Fenster des Gebäudes stehen offen. 

Kassel. Die Fläche vor dem Mietshaus an der Ysenburgstraße 36 im Kasseler Stadtteil Wesertor gleicht einer wilden Müllhalde. Trotz Kontakt zum Eigentümer tut sich nichts.

Sofas, Regale, Schranktüren, ein Lampenschirm, kaputte Gartenstühle. "Wo einmal etwas liegt, da schmeißt einfach jeder seinen Schrott dazu“, sagt Ingeborg Jordan.

Die Ortsvorsteherin des Kasseler Stadtteils Wesertor kann sich nicht erinnern, dass das Mietshaus in unmittelbarer Nähe der Weserspitze mal bewohnt war. „Das gammelt bestimmt schon zehn Jahre vor sich hin“, sagt der Eigentümer eines Hauses in der Nachbarschaft. Aber erst in den letzten Monaten habe sich der Zustand weiter verschlimmert. Seine Mieter hätten sich bei ihm über die Müllansammlungen beschwert, auch ein Rattenproblem soll es geben.

Ingeborg Jordan

Nachdem das Gebäude vor einiger Zeit verkauft worden war, hatten Ortsbeirat und Anwohner gehofft, dass sich etwas tut, aber bislang vergebens. Ein Gerüst wurde an der Rückseite aufgestellt, dass stehe aber jetzt auch schon längere Zeit. Eigentümer soll laut Jordans Informationen die isp-Service AG aus Berlin sein. Auf der Internetseite des Unternehmens war für eine Anfrage der HNA aber weder eine funktionierende Telefonnummer, noch eine aktive Emailadresse zu finden.

Ein Sprecher der Stadt Kassel bestätigt, dass beim Ordnungsamt eine Beschwerde wegen des Mülls eingegangen sei, auch sei gemeldet worden, dass es ein Rattenproblem gäbe. Darauf seien von den Mitarbeitern vor Ort allerdings keine Hinweise gefunden worden. Die eingeschlagenen Fenster und Türen stellen laut der Stadt Kassel keine Gefährdung dar und sind aus bauordnungsrechtlicher Sicht nicht von Belang.

Gerüst an der Rückseite: Der Hinterhof des Hauses ist völlig verwildert.  

Allerdings handelt es sich bei dem Gebäude um ein Kulturdenkmal. Das viergeschossige, im neogotischen Stil erbaute Mietshaus wurde 1902 errichtet und war zunächst im Besitz des Bankhauses Fiorino & Sichel. Nach dem Ersten Weltkrieg befanden sich dort Werkswohnungen der Firma Henschel.

Bisher blieben allerdings alle Bemühungen mit dem Eigentümer Kontakt aufzunehmen erfolglos. Man habe auf ein Schreiben einen Anruf bekommen. Am Telefon wurde eingeräumte, den Müll zu entsorgen und einen Zaun zu errichten, um weitere wilde Müllablagerungen zu verhindern. Dann habe sich aber nichts mehr getan.

Die Stadt hat dem Eigentümer jetzt schriftlich Fristen gesetzt und ihn um Stellungnahme zu den Schäden und dem weiteren Vorhaben mit dem denkmalgeschützten Gebäude gebeten. Die Fristen sind mittlerweile verstrichen, so dass die Stadt jetzt in Vorleistung geht und den Müll entsorgen lässt. Die Kosten werden dann dem Eigentümer in Rechnung gestellt.

Die Immobilie in der Ysenburgstraße 36 sei ein problematisches Grundstück, heißt es von der Stadt, vor allem, weil es, seit 2008 ständige Eigentümerwechsel gebe. Das weitere Vorgehen hänge jetzt davon ab, ob und wie sich der Eigentümer äußere und was er unternehme oder unterlasse, um das Gebäude vor weiteren Vandalismusschäden zu sichern.

Hier befindet sich das Problemhaus:

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