Ortsbeirat Wesertor lehnt Sanierungspläne ab

Streit um Radwege: Ysenburgstraße in Kassel droht Hängepartie

Soll saniert werden: Geplant war von der Stadt, bis Ende nächsten Jahres die Fahrbahn der Ysenburgstraße und den südlichen Bürgersteig (links) zu erneuern.
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Soll saniert werden: Geplant war von der Stadt, bis Ende nächsten Jahres die Fahrbahn der Ysenburgstraße und den südlichen Bürgersteig (links) zu erneuern.

Die Ysenburgstraße im Stadtteil Wesertor müsste eigentlich dringend saniert werden. Doch daraus wird nun erstmal nichts. Grund ist ein Streit um Radwege.

Kassel - Die Ysenburgstraße ist eines der Sorgenkinder der Stadt. Mit 30.000 Fahrzeugen täglich – darunter viele Lastwagen – ist die Straße stark vom Verkehr belastet. In einem entsprechend schlechten Zustand sei die Fahrbahn, heißt es aus dem Rathaus. Aber auch die Bürgersteige laden nicht gerade zum Verweilen ein. Deshalb war geplant, Fahrbahn und südlichen Bürgersteig in diesem und nächstem Jahr zu erneuern. Doch daraus wird nun wohl erst mal nichts.

Grund dafür ist die mehrheitlich ablehnende Haltung des Ortsbeirates. Denn die Pläne der Stadt lassen aus Sicht der Grünen und der Linken keine echte Verbesserung für Radfahrer erkennen. Die Parteivertreter hatten Radfahrstreifen gefordert und dafür auch Unterstützung vom Naturschutzverband BUND bekommen.

Die Stadt Kassel indes verweist darauf, dass es sich bei der geplanten Sanierung der Straße im Abschnitt zwischen Hafenbrücke und Weserstraße nicht um ein Radverkehrsprojekt handele. Mit Hilfe des Städtebauförderprogramms „Soziale Stadt“ sollten 1,4 Millionen Euro in die Aufwertung und Umgestaltung des südlichen Gehweges fließen und in die Instandsetzung der Fahrbahn. Dies sei dem Ortsbeirat auch so kommuniziert worden.

Die Fahrbahnsanierung sei bereits über viele Jahre aufgeschoben worden und werde dadurch immer teurer. Bei der barrierefreien Umgestaltung des Gehweges habe es ein Beteiligungsverfahren mit Kindern gegeben, die sich mit Vorschlägen für Sitz- und Spielmöglichkeiten eingebracht hätten.

Auf den Hinweis von Grünen und Linken, dass das eigene Radverkehrskonzept der Stadt Radfahrstreifen auf der Ysenburgstraße vorsehe, reagiert die Stadt verhalten. Das Konzept zeige lediglich eine mittelfristige Planungsperspektive auf. Zunächst sei dafür ein „umfangreicher Planungs- und Beteiligungsprozess nötig“, so ein Rathaussprecher. Eine schnelle Umsetzung sei nicht zu erwarten. Die jetzt auf dem südlichen Gehweg vorgesehenen Maßnahmen würden der späteren Umsetzung einer Variante mit Radfahrstreifen nicht entgegenstehen. Darauf sei im Rahmen der Planung geachtet worden.

Bei der im Radverkehrskonzept skizzierten Variante würde die Ysenburgstraße in Teilabschnitten für den Autoverkehr einspurig werden. Ortsvorsteherin Ingeborg Jordan (SPD) hält eine solche Verengung für problematisch. Sie fürchtet Verkehrsprobleme.

In den jetzt von der Stadt vorgelegten Planungen sind zwar keine Radfahrstreifen vorgesehen, dennoch soll es Verbesserungen für Radfahrer geben. So soll der Gehweg zwischen Hafenbrücke und Franzgraben für Radfahrer freigegeben und entsprechend markiert und beschildert werden. Zudem sind an der Ysenburgstraße 18 neue Fahrradbügel geplant.

Während die Kritiker dies für unzureichend halten, deutet die Stadt an, dass es zu einer Hängepartie kommen könnte. Denn nun solle zunächst die Bau- und Planungskommission noch einmal über das Vorhaben entscheiden. Dabei fließe das Votum des Ortbeirates ein, so ein Rathaussprecher. Und weiter: „Ob und wenn ja in welchem Umfang dieses Projekt nach dem ambivalenten Votum des Ortsbeirates umgesetzt werden soll, wird nun in Abstimmung der beteiligten Ämter und Dezernate geprüft.“ Es sei noch nicht klar, bis wann dies geschehe. (Bastian Ludwig)

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