Feuer im Verein Schützenplatz

Abrissreif und abgefackelt: Brandstifter im Wesertor unterwegs

Nur der Wetterhahn ist unversehrt: Die Laube in der Kleingartenanlage Schützenplatz ist hingegen nicht mehr zu retten. Brandstifter hatten diese und zwei weitere Gartenhütten am Neujahrsmorgen angezündet. Foto: Schachtschneider

Wesertor. Das neue Jahr hat für den Kleingartenverein Schützenplatz alles andere als froh begonnen: In der Silvesternacht haben Brandstifter auf dem Gelände am Bleichenweg im Stadtteil Wesertor an drei Gartenlauben gezündelt. Abrissreif und abgefackelt - den Schaden schätzt die Polizei auf 30.000 Euro.

Eine größere Hütte brannte lichterloh und dürfte jetzt abrissreif sein, ein weiteres Gartenhäuschen wurde schwer beschädigt. Im dritten Fall blieb es bei einem angekokelten Stück Teerpappe auf dem Dach.

Aktualisiert am 3.1. um 7.50 Uhr

Die Ermittler der Kasseler Kripo gehen von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Die drei Hütten grenzen alle direkt an den Bleichenweg an und wurden vermutlich von der Straße aus angezündet, berichtet Polizeisprecherin Sabine Knöll: „Der oder die Brandstifter haben vermutlich nicht einmal die Kleingartenanlage betreten.“ Zudem sind die Brandermittler sicher, dass an jeder der drei Hütten bewusst gezündelt wurde. Überspringende Funken vom ersten Brandherd könnten jedenfalls nicht die Ursache für die beiden weiteren Brände sein: Dafür stünden die Hütten, zwischen denen jeweils rund 60 Meter liegen, zu weit auseinander.

Zuletzt hat es mehrfach in verschiedenen Schrebergärten im Stadtgebiet gebrannt. Erst Ende November waren innerhalb von einer Woche drei Lauben niedergebrannt: Im Kleingartenverein Struthbach (Nordstadt), in der Anlage Fackelteich (Bettenhausen) sowie in den Gärten Am Feldlager (Jungfernkopf). Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen den Taten gibt es nach Angaben der Polizei bislang nicht.

In der Kleingartenanlage Schützenplatz mit insgesamt 80 Parzellen hatte es schon im vergangenen Mai gebrannt, berichtet Vereinsvorsitzender Gerhard Franz. Damals wurden ebenfalls zwei Lauben zerstört. „Momentan scheint es zum Sport geworden zu sein, in Kleingärten Brände zu legen“, sagt Franz, der zugleich Ortsvorsteher im Wesertor ist. „Es ist einfach nur erbärmlich, was diese Chaoten machen.“ Für die betroffenen Kleingärtner sei die Zerstörung ihrer Lauben ein schwerer Schlag, sagt der Vereinsvorsitzende. Viele stecken viel Liebe in Garten und Hütten. Franz hofft, dass die Täter dingfest gemacht und bestraft werden. „Das ist schließlich kein Kavaliersdelikt.“

In der Silvesternacht war in der Gaststätte auf dem Kleingartengelände unweit der Hafenbrücke noch gefeiert worden. Um halb vier in der Frühe, als die Gastronomin das Gelände verließ, war noch alles ruhig. Um 4.16 Uhr alarmierte dann ein Zeuge aus Vellmar, der die Brände entlang des Bleichenwegs entdeckt hatte, die Feuerwehr. Zweieinhalb Stunden später hatten die Einsatzkräfte die Flammen an allen drei Brandstellen gelöscht.

Von dem oder den Tätern fehlt bisher jede Spur. Die Ermittler der Kriminalpolizei hoffen jetzt auf Hinweise von Zeugen.

Hinweise an die Polizei: Tel. 0561/ 91 00.

Von Katja Rudolph

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