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Zwei Weihnachtsbäume: Ein Medienstar und einer vor dem Aus

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Von: Florian Hagemann, Kathrin Meyer

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Medienstar: Der eingezäunte Weihnachtsbaum im Wesertor.
Medienstar: Der eingezäunte Weihnachtsbaum im Wesertor. © Dieter Schachtschneider

Weihnachten ist längst vorbei, die meisten Weihnachtsbäume sind entsorgt. Und doch: Hier soll es noch einmal um Weihnachtsbäume gehen – und zwar um zwei bestimmte. Einer hat schon Karriere gemacht, der andere hofft auf eine Zukunft.

Kassel - Einer hat es zum Medienstar und zum Thema im Ortsbeirat geschafft, dem anderen droht das Aus. Weihnachtsbäume sind auch nach dem Fest noch ein Thema.

Der Wesertorbaum

Dieser Baum sorgte schon für Schlagzeilen: Weil er als kleines Exemplar auch noch eingezäunt und damit hinter Gittern war, berichteten selbst überregionale Medien vom Bäumchen, das zur Adventszeit auf dem Wesertorplatz stand.

Nun befasste sich der Ortsbeirat noch einmal mit dem Weihnachtsbaum. Er war neben der Verteilung von – wie das so schön heißt – Dispositionsmitteln der einzige Tagesordnungspunkt. Die Frage war: Was wird nun im kommenden Jahr? Denn ganz so einfach ist die Sache nicht.

Um einen größeren Baum aufzustellen, bedarf es eines – Achtung – Bodenhülsenelementes, das für die nötige Standfestigkeit sorgt, wie Ortsvorsteherin Annli Lattrich ausführte. Sonst gibt es Ärger mit dem Amt.

Das Bodenhülsenelement soll nun kommen, wie der Ortsbeirat einstimmig beschloss – und mit ihm ein Stromanschluss. Finanziert werden soll das über Mittel aus einem Bund-Länder-Programm. Ob nächstes Jahr auf dem Bodenhülsenelement aber auch ein Baum stehen wird, ist noch nicht ganz klar. In der Diskussion ist zum Beispiel auch ein Kunstwerk. Wobei: Wieder einen Weihnachtsbaum zu haben – das fänden die Ortsbeiratsmitglieder schon nicht schlecht.

Die mediale Aufmerksamkeit für das Bäumchen vom Wesertor sei klasse gewesen. Das Motto nun, wie es aus der Runde ertönte: „Jetzt zeigen wir, dass wir noch mal gewachsen sind.“ Zumal die mit dem Baum verbundene Aktion des Gabenzauns sehr gut angekommen sei, wie die Ortsvorsteherin berichtete. An dem Zaun hingen kleine Geschenke für Bewohner vom Wesertor. Eine Frau, so erzählte Annli Lattrich, habe gefragt, ob sie auch etwas nehmen dürfe. Sie sei so glücklich gewesen und habe gesagt, es sei ihr erstes Weihnachtsgeschenk.

Ausgesetzt? Das kleine Nadelbäumchen im Tannenwäldchen.
Ausgesetzt? Das kleine Nadelbäumchen im Tannenwäldchen. © Kathrin Meyer

Der Ausgesetzte

Dieses kleine Bäumchen zieht die Blicke der Spaziergänger auf sich: Ziemlich hilflos wirkt die Tanne da mitten im Grünstreifen im Tannenwäldchen. Ob sie wohl ein bisschen friert? Vielleicht. Denn das schon leicht gelbe Nadelbäumchen sieht eher danach aus, als ob jemand seinem zum Fest noch geschmückten Weihnachtsbäumchen ein Leben in freier Wildbahn ermöglichen wollte und es deshalb kurzerhand – vielleicht aufgrund eines fehlenden Gartens – in der Grünanlage im Vorderen Westen eingepflanzt hat. Möglicherweise gut gemeint, um mit den Kindern immer mal den Weihnachtsbaum zu besuchen oder aber ihn zur nächsten Weihnachtszeit wieder ins Haus zu holen.

Aber ist das erlaubt? Weihnachtsbäume, die von Bürgern ohne Zustimmung des Umwelt- und Gartenamtes in die Grün- und Parkanlagen ausgepflanzt werden, werden in der Regel auch wieder entfernt, heißt es von der Stadt. Die meisten dieser Bäume würde ohne Pflege ohnehin innerhalb kurzer Zeit eingehen. Eine nochmalige Umpflanzung komme nicht in Betracht, da bei Nadelholzbäumen, die als Weihnachtsbäume dienten, leider keine langfristig stabile Zukunft als Parkbaum in städtischen Grünanlagen zu erwarten sei.

Klingt nicht nach Happy End, auch wenn das Tannenwäldchen eigentlich dem Namen nach der perfekte Ort für Nadelbäume sein sollte.

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