Abhängig von Wetter und Temperatur

Wespen-Jahr 2018: Warum die Insekten bis Dezember bleiben könnten

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Sie fressen fast alles und gehen vielen von uns damit auf die Nerven: Wespen mögen Süßes, schlagen aber auch Grillfleisch nicht aus. Doch wann lassen uns die Wespen dieses Jahr endlich in Ruhe? Wenn wir Pech haben, dann könnten die Wespen sogar noch im Dezember umherfliegen.

Sie schwirren herum und verbreiten nicht nur unter Allergikern Panik - die meisten von uns werden täglich mit Wespen konfrontiert. Viele fragen sich: Ist die Plage im Herbst endlich vorbei?

Wir haben mit einem Experten gesprochen: Dennis Karl ist ein erfahrener Schädlingsbekämpfer aus Kassel. Er ist der Chef des Unternehmens "Herkules Hygieneservice", das seinen Sitz im Stadtteil Fasanenhof hat. Aktuell bekommt Karl zwischen 12 und 15 Anrufe täglich, bei denen es um die Bekämpfung von Wespen geht. 

Sind die Wespen auch im Herbst aktiv?

Ja. Der Experte hat also keine guten Neuigkeiten für all die, die sich vor den Insekten fürchten und auf den Beginn des Septembers gehofft hatten. "Klar sind die Wespen weiterhin aktiv." Die Aktivität ist laut Karl immer abhängig vom Wetter und der damit verbundenen Temperatur. Ist die Temperatur angenehm warm, fühlen sich die Wespen pudelwohl: "Theoretisch können Wespen sogar bis in den Dezember aktiv sein - diesen Fall gab es tatsächlich schon einmal in der Vergangenheit."

Wann ziehen sich die Wespen normalerweise zurück?

Einen genauen Zeitpunkt gibt es dafür nicht. Doch die Vorbereitungen für das Ende der diesjährigen Wespen-Zeit sind offenbar schon im Gange: Denn jetzt suchen sich nach Angaben des Kasseler Experten die Jungköniginnen erste Unterschlüpfe für den Winter. Das können beispielsweise Dachböden sein. Wichtig ist den Königinnen, dass es "frostgeschützt und trocken ist". Der Rest der Wespenuntertanen überlebt den Winter nicht. Drohnen und Arbeiterinnen sterben, wenn es zu kalt wird. Ein Kälteeinbruch kann also das schnelle Ende der Wespen bedeuten. Wann genau solch ein Kälteeinbruch zu erwarten ist, mag jetzt noch niemand vorhersagen.

Wann geht die Wespen-Saison 2019 los?

Auch das ist recht schwer zu sagen. Experte Dennis Karl erklärt: "Das hängt auch grundsätzlich vom Wetter und den Temperaturen ab. Im April werden die meisten Königinnen aktiv. Ab Juni schlüpfen dann die ersten Arbeiterinnen." Biologen sprechen dann von der Staatsgründung. Ein Wespenstaat lebt in der Regel nur maximal ein Jahr.

Kennt sich gut mit Wespen aus: Dennis Karl ist ein erfahrener Schädlingsbekämpfer aus Kassel. Sein Unternehmen heißt "Herkules Hygieneservice". Viele kennen Karls Gesicht auch aus dem Fernsehen. In der Vergangenheit stand Karl beispielsweise für das RTL-2-Format "Das Messie-Team" vor der Kamera. 

Merken die Wespen, dass sie sterben?

Vielleicht. Zumindest werden Wespen meist forscher und zudringlicher, wenn es mit ihnen zu Ende geht, erklärt Dennis Karl.

Warum gab und gibt es 2018 so viele Wespen?

Das lag an der Trockenheit. Dennis Karl sagt: "Die Schafskälte blieb aus. Deswegen wurden die Wespen nicht auf natürlichem Weg dezimiert." Als Schäfskälte bezeichnet man ein plötzliches Auftreten von Kaltluft, das sich meist Mitte Juni breit macht. Allerdings tritt dieses Wetterphänomen nicht zwingend in jedem Jahr auf.

Wie kann man sich vor Wespen schützen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die geflügelten Plagegeister zu vertreiben. Unter anderem kann man Kaffeepulver anzünden oder sich mit einer Wasserspritzflasche wappnen. Alle Tipps und Tricks gegen Wespen haben wir in einem gesonderten Artikel aufgeführt. Wenn es hart auf hart kommt, hilft aber meist nur noch der Fachmann. Ein Schädlingsbekämpfer muss sich dann um das Wespenproblem kümmern. "Man darf aber nie vergessen, dass Wespen sehr nützlich sind. Ein Wespennest kann mehrere Kilogramm Fliegen, Mücken und andere Insekten eliminieren. Deswegen entferne ich auch nicht einfach jedes Nest", sagt Karl. Wenn keine Gefahr von einem Nest ausgehe, sei es auch nicht angebracht, es zu entfernen.

Ist das Töten einer Wespe strafbar? 

Ja. Offiziell kann das mutwillige Töten einer Wespe bis zu 5000 Euro Bußgeld kosten. Ob ein hohes Bußgeld droht, ist allerdings abhängig von der Art der Wespe. Doch nicht jede Wespenart steht unter besonderem Naturschutz. Die Deutsche und die Gemeine Wespe sind die Arten, denen wir jetzt am häufigsten begegnen. Für sie gilt kein besonderer Naturschutz, sondern der allgemeine Naturschutz. Das bedeutet, dass man eine Wespe töten darf, wenn ein vernünftiger Grund vorliegt - beispielsweise kann ein Allergiker nicht belangt werden, wenn er sich gegen einen drohenden Stich wehrt. Wer eine Wespe grundlos tötet, kann belagt werden. Was das im jeweiligen Bundesland kostet, zeigt dieser Bußgeldkatalog.

Das Video stammt nicht von hna.de, sondern von der Videoplattform Glomex.

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