Kammerjäger haben zurzeit alle Hände voll zu tun

Wespen-Alarm: Tiere nerven wie lange nicht

Kassel. Wer dieser Tage auf Balkon, Terrasse oder im Garten isst, hat ungebetene Gäste: Die Wespen konnten sich wegen der guten Witterungsbedingungen dieses Jahr besonders gut vermehren.

Entsprechend voll sind die Auftragsbücher der Kasseler Schädlingsbekämpfer – denn die Feuerwehr rückt nur noch in Ausnahmefällen aus, um Nester zu entfernen. Diese werden aus Naturschutzgründen auch nur noch dann vom Kammerjäger entfernt, wenn sie eine Gefahr darstellen.

„Es gibt zwei Gründe für die große Population“, sagt Dr. Kai Füldner, Leiter des Naturkundemuseums. Begünstigt hätte die Vermehrung einerseits der relativ konstante Winter. Weil es keine großen Temperatursprünge gegeben habe, hätten viele Wespenköniginnen überlebt. Die jungen Königinnen überwintern als einzige, während das Volk im Herbst stirbt. Zudem hätten die Königinnen, als sie im Frühjahr mit dem Nestbau begonnen haben, gute Wetterbedingungen gehabt. „Wenn es zu nass und kalt ist, saufen die Nester in der Erde ab oder die Tiere verpilzen“, sagt Füldner.

Entsprechend groß sind die Völker, die bis zu über 10.000 Tiere umfassen können. Diese leben nicht nur in Erdnestern, sondern auch unter Dachziegeln, in Rollokästen oder hinter Hausdämmungen, die sie zerfressen, um sich Platz zu schaffen. Die Feuerwehr kümmere sich nicht mehr um die Entfernung von Nestern in Privathaushalten, sagt Thomas Schmidt, Leiter der Kasseler Feuerwehrleitstelle. Nur bei öffentlichen Einrichtungen und wenn eine Gefahr bestehe, greife die Feuerwehr ein. „Die Tendenz geht dahin, die Nester zu belassen. Die Tiere sind acht Wochen aktiv – danach hat sich das Problem erledigt“, so Schmidt.

Auch die Kammerjäger werden nur tätig, wenn die Wespen den Wohnbereich beeinträchtigten. Auf HNA-Anfrage bei Schädlingsbekämpfern in Kassel hieß es, dass derzeit zehn bis 15 Anfragen täglich eingingen.

Ein Interview dazu bei Radio HNA

Rubriklistenbild: © dpa

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