Hochkonjunktur für Kammerjäger – bis 50 Prozent mehr Nester

Wespenplage: Gefahr durch Keime steigt

Kassel. Kassels Schädlingsbekämpfer sind derzeit im Dauereinsatz: Weil die Wespenpopulation in diesem Jahr geschätzte 30 bis 50 Prozent größer als in den Vorjahren ist, müssen Kunden meist einige Tage Wartezeit in Kauf nehmen, bis ein Nest entfernt werden kann.

Problem sind vor allem die Keime, die von den Aasfressern übertragen werden können. Diese bergen nach Auskunft des Kasseler Veterinäramtes ein „nicht unerhebliches Risiko“.

„So viele Wespen hatten wir lange nicht mehr“, sagt Klaus Bogon, Wespenexperte des Nabu Kreisverbandes Kassel. Grund dafür sei das warme Frühjahr, in dem sich die Wespenstaaten optimal hätten entwickeln können. „Wenn es im Frühjahr noch Frost gibt, sterben viele Königinnen und etliche Völker entstehen erst gar nicht“, sagt Bogon.

Eine Gefahr seien die Tiere vor allem, weil sie durch einen Stich oder den Kontakt mit Lebensmitteln Krankheitserreger übertragen können, sagt Dr. Michael Heitmann, Leiter des Veterinäramtes. „Wenn die Wespe an einem Tierkadaver war, trägt sie Keime an ihren Fühlern und Beinen.“ Deshalb müssten etwa Bäckereien entsprechende Vorrichtungen treffen, um eine Lebensmittelvergiftung durch Salmonellen und Kolibakterien zu verhindern.

Bis zu zehn Nester vernichtet ein Kasseler Kammerjäger derzeit täglich. Schädlingsbekämpfer Robert Fahrenbach spricht von 50 Prozent mehr Aufträgen. Ähnlich geht es Berufskollege Dirk Berghöfer, der die Tiere oft bis Einbruch der Dunkelheit bekämpft.

Ein Großteil der Nester ist nicht sofort erkennbar, sie sind in Rolllädenkästen oder der Erde versteckt. Oft kommt es auch vor, dass sich Wespen durch Rigipsdecken fressen und so in die Wohnung gelangen. Wer ein Nest auf seinem Grundstück hat, muss eine Firma mit der Entfernung beauftragen. Die Feuerwehr erledigt solche Aufgaben nur an sensiblen Orten wie etwa Kliniken.

Rubriklistenbild: © dpa

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