Masern: Im Kasseler Osten liegt die Impfquote dagegen bei 100 Prozent

Der Westen ist impfmüde

Regine Bresler

Kassel. Die Masern breiten sich wieder aus, auch in Hessen. Doch in Kassel herrscht nach wie vor Impfmüdigkeit. „Die Situation stagniert“, sagte Regine Bresler jüngst im Gesundheitsausschuss. Mitgebracht hatte sie die neuesten Zahlen zur Schuleingangsuntersuchung.

Das Erschreckende: Nach wie vor ist die Impfquote in Kassel in Sachen Masern bei Schulanfängern weit unter dem, was erforderlich wäre, um die Krankheit gar nicht erst ausbrechen zu lassen – nämlich 95 Prozent. Stattdessen sind die Impfquoten vor allem in den westlichen Stadtteilen zu niedrig. West: 76 Prozent, Bad Wilhelmshöhe: 79 Prozent, Wehlheiden: 82 Prozent, Brasselsberg und Kirchditmold: jeweils 83 Prozent – um nur die fünf Spitzenreiter zu nennen.

Eine nahezu 100-prozentige Impfquote erreichen dagegen die Stadtteile Waldau, Forstfeld, Wesertor und Fasanenhof. Knapp darunter liegen Bettenhausen, Philippinenhof und Warteberg. Insgesamt erreichen in Kassel nur acht von 23 erfassten Stadtteilen die 95-Prozent-Quote.

„Das kann dann problematisch werden, wenn die Masern in Kassel angekommen sind“, sagte Bresler. Die Krankheit breite sich vor allem entlang jener Korridore aus, in denen Impfmüdigkeit besonders ausgeprägt sei. Bislang habe es in Kassel in diesem Jahr noch keinen Fall gegeben. Aber was nicht ist, könne noch werden.

Warum ausgerechnet im Kasseler Westen zu wenig gegen Masern geimpft werde, darüber ließe sich nur spekulieren. Tatsache sei, dass Impfmüdigkeit in Wahrheit eher eine Impfverweigerung widerspiegle, nicht selten auch aus weltanschaulichen Gründen.

„Oft wird das Impfrisiko als höher empfunden als der Nutzen“, sagt Bresler. Fakt aber sei, dass es genau umgekehrt sei. Deshalb werde stets eine Impfung empfohlen, am besten die zweimalig kombinierte Schutzimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR-Impfung).

Auch wenn die Impfquote in Kassel immer noch zu wünschen übrig lässt – sie war schon mal noch schlechter. So waren 2009 beispielsweise in Bad Wilhelmshöhe gerade einmal 69 Prozent der Schulanfänger gegen Masern geimpft. „Insofern können wir schon einen Erfolg feiern“, sagte Bresler. Dennoch gebe es noch ordentlich Nachholbedarf.

Von Boris Naumann

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