Landgericht: 25-Jähriger räumt in Anwaltsbrief Beteiligung an Erpressung ein

Wettbüro-Streit nach Mafia-Manier: Angeklagte schweigen

Kassel. Die vier Angeklagten im Prozess um einen offenbar nach Mafia-Manier ausgetragenen Streit in der Kasseler Wettbüroszene machten am zweiten Verhandlungstag keine Angaben zu den Vorwürfen.

Dreien von ihnen wird vorgeworfen, ihm Juli vergangenen Jahres einen Betreiber eines Kasseler Wettbüros misshandelt und ihm angedroht zu haben, ihm den kleinen Finger abzuschneiden, wenn er sein Büro nicht aufgibt. Er hatte es von dem vierten Angeklagten übernommen, während der in Haft saß.

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Dieser Angeklagte gilt als Auftraggeber der Tat. Das Opfer der Erpressungsaktion war unter dem Eindruck der Misshandlungen und Drohungen bereit, 10 000 Euro Strafgeld zu zahlen. Mit zahlreichen Verletzungen war er von zwei der Angeklagten ins Marienkrankenhaus gebracht worden.

Die Anwälte der vier Angeklagten erklärten am zweiten Verhandlungstag, ihre Mandanten würden vorerst nichts sagen und sich eine Aussage für einen späteren Zeitpunkt vorbehalten. Sie ließen offen, wann das geschehen wird. Anwalt Sven Schoeller, der einen 25-Jährigen vertritt, übergab dem Gericht seinen Schriftverkehr mit seinem Kollegen Werner Momberg, der das Opfer der Tat als Nebenkläger vertritt.

Der 25-Jährige, der bereits vor der Verhandlung ein Geständnis abgelegt hatte, räumt in den Schreiben seines Verteidigers seine Beteiligung an der Aktion ein und entschuldigt sich dafür. Er bietet dem Nebenkläger ein Schmerzensgeld von 5000 Euro an.

Opfer als Zeuge

Am nächsten Verhandlungstag, dem 13. Mai, soll eventuell das Opfer in den Zeugenstand treten. Für den Prozess sind diverse weitere Termine bis Anfang Juli geplant. (pas)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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