Wetter: Blitzeis und Schnee bremsen Verkehr 

Kassel/Hessen. Schnee und Eis haben zum Wochenauftakt in Hessen Autos ins Rutschen gebracht und Straßenbahnen lahmgelegt. Hunderttausende Menschen kamen am Montag zu spät zur Arbeit. Mittlerweile hat sich die Lage normalisiert.

Nach aktuellen Informationen des zuständigen KVG-Betriebsleiters Karsten Kamutzki wird die Tramlinie 8 am Mittwochmorgen mit Betriebsbeginn wieder bis zur Hessenschanze fahren. Bis dahin werden die Bahnen ab dem Bebelplatz zum Bahnhof Wilhelmshöhe umgeleitet und fahren anschließend zur Haltestelle „Rolandstraße“

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Ob die Linie 3 bis zum heutigen Betriebsschluss auf ihrem regulären Weg unterwegs sein kann, ist derzeit ungewiss. Noch immer blockieren zahlreiche zu dicht an den Gleisen geparkte Pkw den Tramverkehr ins Druseltal. Die Bahnen der Linie 3 fahren deshalb bis zum Bahnhof Wilhelmshöhe, von dort bietet die KVG Ersatzverkehr mit Bussen bis zur Haltestelle "Druseltal".

Die KVG wird die Fahrgäste über die elektronischen Fahrplananzeiger, per Haltestellendurchsagen, sowie über Twitter (Suchbegriff "KVGinfo) und auf ihrer Homepage (www.kvg.de) auf dem Laufenden halten.

An einer Reihe von Schulen im ganzen Land fiel am Montag der Unterricht aus. Viele Autos rutschten ineinander, die Unfälle gingen nach Angaben der Polizei aber größtenteils glimpflich aus. "Es geht langsam voran, aber die Autofahrer sind vorsichtig", sagte eine Polizei-Sprecherin in Frankfurt. Am Frankfurter Flughafen mussten bis zum Abend 543 von 1190 geplanten Flügen gestrichen werden, wie ein Sprecher des Flughafens berichtete.

Wetterchaos auf Hessens Straßen

Wetterchaos auf Hessens Straßen

Gegen Montagabend entspannte sich die Lage am Airport aber. "Es gibt noch Nachwehen, aber das momentane Wetter lässt einen völlig normalen Betrieb zu", sagte der Sprecher. Es werde zunächst nicht mit weiteren Flugausfällen gerechnet, wenn das Wetter stabil bleibe. Trotz der zahlreichen annullierten Flüge hingen am Abend höchstens noch mehrere Hundert Passagiere im Terminal fest, sagte der Sprecher. Es stünden Feldbetten für die Gestrandeten bereit. Die meisten Airlines hätten allerdings betroffene Passagiere in Hotels untergebracht oder anderweitig versorgt.

Bei starken Schneefällen fuhren sich auf der Autobahn zwischen Bad Hersfeld und Eisenach (A4) mehrere Lastwagen fest und einige Autos rutschten ineinander. Der Verkehr staute sich infolgedessen bis nach Thüringen. Der Wintereinbruch sorgte auch auf den Autobahnen Bad Hersfeld-Frankfurt (A5), Kassel-Fulda (A7), Dortmund-Kassel (A44) und Kassel-Borken (A49) zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.

An der Autobahn Fulda-Frankfurt (A66) half ein Landwirt mit seinem Traktor, einen Lastwagen wieder in die Spur zu bringen. Auf der verschneiten Autobahn bei Florstadt (A 45/ Dortmund-Aschaffenburg) geriet ein Lastwagen am frühen Morgen ins Rutschen und knallte gegen die Leitplanke. Dabei wurde der Tank aufgerissen und gut 800 Liter Diesel flossen aus. Das Erdreich musste abgetragen werden. In Wiesbaden-Rambach fuhr ein Müllfahrzeug auf einer stark abschüssigen Straße gegen eine Grundstücksmauer und verursachte rund 1100 Euro Schaden.

In Mittelhessen nahm die Polizei rund 30 Unfälle mit einem Sachschaden von rund 200.000 Euro auf, in Osthessen wurden etwa 20 Unfälle angezeigt. In Südhessen gab es mehr als ein Dutzend Glätteunfälle.

Blitzeis und Schnee legten in Nordhessen den öffentlichen Nahverkehr zeitweilig fast komplett lahm. Die Busse in Kassel konnten am Morgen mehrere Stunden gar nicht fahren. Viele Straßenbahnen blieben auch nach Mittag noch stehen.

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In Frankfurt und Darmstadt standen die Straßenbahnen den ganzen Tag über still. Viele Beschäftigte mussten auf Busse, Taxis oder das Auto ausweichen, mancher ging auch zu Fuß. "Die Fahrleitungen sind ganz dick vereist, die Bahnen bekommen keinen Strom mehr", sagte eine Sprecherin des Nahverkehrsunternehmens Heag mobilo in Darmstadt. Gegen Abend sollte aber eine Linie in der Innenstadt wieder fahren. Auch im Umland hat das Winterwetter mehrere Linien ausgebremst.

Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) teilte auch mit: "Der Betrieb war auf allen Linien unterbrochen, weil die Fahrleitungen mit einem millimeterdicken Eismantel überzogen waren, der es den Bahnen unmöglich machte, Strom zu ziehen." In der Nacht zum Montag mussten 45 Fahrzeuge wegen des Eisregens auf offener Strecke stehen bleiben.

Eine VGF-Sprecherin sagte, Dienstag werde voraussichtlich wieder normal gefahren. Etwa 45 liegengebliebene Züge waren am Nachmittag in die Depots gefahren worden, nachdem alte Trambahnen die Strecken freigefahren hatten. Die Busse führen bis auf wenige Ausnahmen wieder nach Plan, auch die U-Bahnen rollten mit einer Ausnahme wieder. Auf der Linie 3 nach Oberursel habe es eine größere Störung gegeben. Manche Fern- und Nahverkehrszüge waren "wetterbedingt" ebenfalls zu spät, wie eine Bahn-Sprecherin sagte. (dpa)

Der Liveticker zum Nachlesen

+++ [14.40 Uhr] Straßenbahnen  +++

Die KVG meldet: Auch derzeit kann die Linie 3 nicht die Haltestelle "Druseltal" erreichen, die Bahnen fahren bis zum Bahnhof Wilhelmshöhe, von dort bietet die KVG Ersatzverkehr mit Bussen bis zur Haltestelle "Druseltal". Auch die Linie 8 fährt noch nicht zur Hessenschanze.

+++ [11.10 Uhr] Autos blockieren Trams  +++

Seit Montag behindern vor allem zu dicht an den Gleisen parkende Wagen den Verkehr der Linie 3. Die KVG-Leitstelle hat bereits drei Autos von der Polizei umsetzen lassen, doch in der Folgezeit parkten erneut Autos zu dicht an den Gleisen. Ursache dafür ist offenbar zu hoch aufgetürmter Schnee an den Straßenrändern, sodass die Autofahrer keine andere Parkmöglichkeit sehen. Die KVG bittet deshalb dringend alle Autofahrer, auf ausreichenden Abstand zu den Schienenwegen zu achten.

+++ [11.00 Uhr] Nachtrag Straßenbahnen  +++

Die Trams der Linie 3 können noch nicht die Endhaltestelle "Druseltal" erreichen. Die Bahnen fahren bis zum Bahnhof Wilhelmshöhe. Ab etwa 11.30 Uhr wird die KVG von dort bis zur Endhaltestelle einen Ersatzverkehr mit Bussen anbieten.

+++ [10.00 Uhr] Leichte Beeinträchtigungen  +++

Derzeit kann die Linie 3 nicht die Haltestelle "Druseltal" erreichen. Gründe dafür sind zuviel Schnee und teils zu dicht an den Gleisen parkende Autos, die die Straßenbahnen behindern. Die Linie 8 fährt noch nicht zur Hessenschanze.

Alle weiteren Tramlinien sowie die Busse befinden sich auf ihren regulären Routen.

+++ [08.00 Uhr] Nachtrag Straßenbahnen  +++

Tram 6 fährt wieder normal. Die Tram 7 kann nicht die Haltestelle "Klinikum Kassel" bedienen. 

+++ [07.25 Uhr] Busse sind unterwegs  +++

Alle Busse sind normal auf ihren Linien unterwegs. Lediglich die Rasenallee ist noch gesperrt.

+++ [07.15 Uhr] Trams regulär im Einsatz  +++

Die Trams der Linien 1, 5 und 6 fahren auf ihren regulären Routen.

+++ [07.10 Uhr] Trams eingeschränkt unterwegs  +++

Die Linie 8 wird in beiden Richtungen nicht zur Hessenschanze fahren. Sie wird zur Endhaltestelle „Wilhelmshöhe (Park)“ umgeleitet.

Die Linie 4 wird von der Kasseler Innenstadt mit Ziel Haltestelle "Mattenberg" über die Goethestraße und die Haltestelle "Kirchweg" umgeleitet. In der Gegenrichtung fährt sie bereits wieder regulär.

Die Bahnen der Linie 3 können die Haltestelle "Druseltal" nicht anfahren, sondern fahren zum Bahnhof Wilhelmshöhe und dann weiter zur Endhaltestelle "Wilhelmshöhe (Park)".

+++ [07.00 Uhr] Situation gebessert  +++

Die Situation Kasseler Nahverkehr hat sich seit Betriebsbeginn am Dienstagmorgen gesbessert. Allerdings sind noch immer einige Streckenabschnitte gesperrt. (eul)

 

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