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Trüber Januar in Kassel: Darum treibt uns das Wetter in den Winter-Blues

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Von: Matthias Lohr

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Trübes Wetter kann auch schön sein: Tempel im Nebel auf der Schwaneninsel in der Karlsaue.
Trübes Wetter kann auch schön sein: Tempel im Nebel auf der Schwaneninsel in der Karlsaue. © Wilfried Martin

Seit einer gefühlten Ewigkeit liegt Kassel in einem tristen Grau. Das trübe Wetter schlägt vielen aufs Gemüt. Doch es gibt einige Tipps gegen den Winter-Blues.

Kassel – Das seit Wochen anhaltend trübe Wetter macht vielen Menschen in der Region Kassel zu schaffen. Manche twittern sogar, wenn sich doch einmal die Sonne zeigt wie am Freitagmittag. Da schrieb die Kasseler SPD-Politikerin Teslihan Ayalp im Kurznachrichtendienst: „Ein ganz seltenes Winterereignis ereignet sich gerade. Die Sonne, es gibt sie doch. Masallah.“ Mit anderen Worten: Gott sei Dank scheint endlich mal wieder die Sonne.

Es mag wichtigere Themen geben als das Wetter – trotzdem reden derzeit fast alle über den trüben Januar, der tatsächlich noch trüber ist als ohnehin schon. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) zeichnete die Wetterstation in Schauenburg-Elgershausen im Januar bislang 28,6 Sonnenstunden seit Jahresbeginn auf. Der Durchschnittswert in einem Januar liegt dort immerhin bei 38,5.

Trübes Wetter in Kassel: Laut DWD liegt es an einer feuchten Hochdruck-Lage

Doch warum ist es in Kassel häufig so neblig und dunstig? Verantwortlich dafür ist laut Andreas Friedrich vom DWD die Hochdruck-Lage mit feuchter Luft, die seit Wochen das Wetter bestimmt. Die Kessellage Kassels begünstige graues Wetter zusätzlich. Einziger Trost derzeit: Der Januar vor einem Jahr war noch schlimmer. Damals gab es nur 18,6 Sonnenstunden – nicht einmal 39 Prozent des statistischen Normwertes.

Das alles schlägt aufs Gemüt. Laut Studien leiden 20 Prozent der Menschen unter einer saisonal abhängigen Depression, wie die Kasseler Psychologie-Professorin Heidi Möller den Winter-Blues nennt. Dies ist keine echte Depression, aber laut Möller fühlt man „sich antriebslos und deutlich müder und hat auch viel Appetit auf ungesunde Sachen“. Verantwortlich dafür ist das Melatonin, das unser Körper verstärkt produziert, wenn Sonnenlicht fehlt. Zugleich wird die Produktion des Glückshormons Serotonin gedrosselt.

Trübes Wetter in Kassel - Sonne könnte sich bald zweitweise zeigen

Möller empfiehlt, auch bei trübem Wetter herauszugehen: „Selbst wenn der Himmel verhangen ist, hilft das, sich lebendiger zu fühlen.“ Neben Sport hätten auch Tageslichtlampen und Vitamin D positive Effekte.

Immerhin soll es nun etwas weniger grau werden. Bei der „windigen und stürmischen Wetterlage“ kann sich laut Experte Friedrich „die Sonne zwischen den Wolken zeigen“. Die schlechte Nachricht: „Ein richtiger Winter ist noch nicht in Sicht.“ Im Gegenteil_ Ein Wetter-Experte erwartet im Februar sogar „Rekordtemperaturen“, die bereits den Frühling bringen. (Matthias Lohr)

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