Verhaltener Start für documenta-Gastronomen - Wirte sind trotzdem zuversichtlich

Wetter verwässert das Geschäft

Noch Tische frei: Küchenchefin Christel Salzmann sorgt bei Apel Catering in Höhe der AOK für das Wohl der documenta-Besucher. Bislang hält sich der Ansturm dort in Grenzen. Fotos: Malmus

kassel. Grauer Himmel, Regen und teilweise wenig sommerliche Temperaturen: Bei solchem Wetter verspürten auch die documenta-Besucher bislang wenig Lust auf längere Aufenthalte im Freien. Das bekamen die Gastronomen zu spüren, die für die Bewirtung der Kunstfreunde sorgen.

„Das Wetter hat uns natürlich einiges kaputt gemacht“, sagt Sascha Kovacs (La Vision). „Vor fünf Jahren hatten wir einen ganz anderen Start.“ Bei der d 12 hätten die Menschen in Fünfer-Reihen vor den Kassenhäuschen auf dem Friedrichsplatz gestanden. Diesmal seien es wesentlich weniger, sagt der Restaurant-Chef aus der Königs-Galerie. An schönen Abenden wie vor einigen Tagen kämen die Besucher aber und blieben auch bis in die Nacht draußen. „Es gab Live-Musik, die Leute haben getanzt, die waren gut drauf.“

Von einem verhaltenen Start spricht auch Iris Heußner (Esskultur), die Gäste in der documenta-Halle und der angrenzenden Terrasse versorgt. „Bei schönem Wetter haben die Leute auch mehr Durst und sind besser gelaunt“, sagt sie. Die Gastronomin hat ihr Angebot auf die Witterung abgestimmt: Nun gibt es weniger Salate, dafür täglich wechselnde Angebote. Mit dem Anstieg der Temperaturen belebt sich auch das Geschäft. „Es wird von Tag zu Tag besser“, sagt sie. „Ein richtig guter Sommer wäre aber schöner. Dann wären die Leute einfach glücklicher.“

Grischäfer Rainer Holzhauer, der Kunstfreunde und Spaziergänger im Gewächshaus in der Karlsaue bewirtet, sagt: „Bei gutem Wetter werden unsere Erwartungen erfüllt.“ Dann herrsche Volksfeststimmung. Bei grauem Himmel kämen weniger Gäste. Auch wenn die Spitzen fehlten, sei er unterm Strich zufrieden. „Uns macht es richtig Spaß.“

Nach dem Eröffnungsrummel sei es ruhig geworden, berichtet Armond Soltan, einer der Betreiber des Base (13) am Kulturbahnhof. „Es ist nicht so, wie wir es uns erhofft haben in der Anfangsphase.“ Anders als bei früheren documenta-Ausstellungen sei es recht verhalten gewesen. Aber die Stimmung sei gut, und das Base komme bei allen Altersgruppen gut an. „Jetzt geht es wieder aufwärts“, sagt Soltan.

Neben den Wetterkapriolen nennt Hartmut Apel (Apel Catering) die Größe der d 13 als Grund dafür, dass nicht so viele Gäste gezählt werden. Sie verteilten sich auf dem weitläufigen Areal. Zudem hätten die Gastro-Container nicht das Flair wie die weißen Pagodenzelte, die nach dem Willen von documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev diesmal nicht aufgestellt werden konnten. Dass der Kunsthandwerkermarkt an der Schönen Aussicht weggefallen sei, mache sich ebenfalls bemerkbar. „Aber wir lassen den Kopf nicht hängen“, sagt Apel. „Die documenta-Ausstellungen waren bisher alle gut. Auch diese wird gut.“

Von Ellen Schwaab

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