Schüler forschen über den Wolken

Wetterballon des Friedrichsgymnasiums flog über 30 Kilometer hoch

Luftaufnahmen: Von dem ersten Wetterballon aus, der Ende Januar gestartet war, wurde hier die Karlsaue aufgenommen. Fotos:  nh

Kassel. Zum zweiten Mal haben Schüler des Friedrichsgymnasiums in Kassel einen Wetterballon aufsteigen lassen und dadurch einzigartige Luftaufnahmen bekommen.

Eigentlich haben sie ja schon gute Erfahrungen gesammelt und könnten abgeklärter sein, aber die Aufgeregtheit und Spannung auf dem Schulhof des Friedrichsgymnasiums war trotzdem groß. Mit einem gemeinsam heruntergezählten Countdown wurde zum zweiten Mal innerhalb eines Monats von FG-Schülern ein selbstgebauter Wetterballon in den Himmel gelassen.

Entstanden war die Idee, einen Wetterballon zu konstruieren im Rahmen einer Projektwoche in Kooperation zwischen dem FG und dem Schülerforschungszentrum Nordhessen (SFN). Das Thema lautete „Flug ins Weltall“. 25 Schüler der Jahrgänge 5, 6 und 7 hatten sich beteiligt, allen voran die Mitglieder der Astronomie-AG, die Florian Sinning (26) leitet. Weil der angehende Mathe- und Physiklehrer Sinning gleichzeitig Büroleiter des SFN ist, lag die Verbindung zu Nordhessens Jungforscher-Schmiede auf der Hand.

FG-Schüler Richard Reichel (13) hielt das Flugobjekt bis zum Start am Seil fest. An dem mit Helium gefüllten Ballon baumelte die 800 Gramm leichte Messsonde, eine rot angestrichene Box aus Styropor, die es in sich hat. Gefüllt mit Messgeräten, Kamera, Batterien, einem GPS-Tracker zur Aufzeichnung der Flugkoordinaten und Positionsbestimmung nach der Landung, Wärmekissen und mehr. Geklärt werden mussten im Vorfeld auch die rechtlichen Bedingungen und Vorschriften.

Schüler des FG ließen den Ballon fliegen: Auf dem Foto präsentiert Laurin Müller (16, vorne links) die mit Technik gefüllte Messsonde. Richard Reichel (13), im Hintergrund, hält den Ballon. 2 Fotos: Hein

Mit Hilfe der Technik in der Sonde bekommen die Schüler interessante meteorologische Daten zur Auswertung geliefert. Jede Minute wird ein Wert aufgezeichnet. Nur wenige Minuten nach dem Start erhielt Sinning bereits die erste SMS aus dem Ballon auf das Handy gesendet: „Der Ballon fliegt in Richtung Bad Hersfeld in einer Geschwindigkeit von 6 km/h.

Der erste, Ende Januar gestartete Ballon war 20 Kilometer hoch, bei Temperaturen von minus 30 Grad Celsius weit über die Wolkendecke hinaus geflogen und nach einem Tag an seinem Fallschirm auf einem Feld in der Nähe von Fulda gelandet. „Bereits wenige Minuten nach dem Start erhielten wir einzigartige Luftaufnahmen von Kassel“, sagt Sinning. „Auf den Videoaufnahmen ist die Erdwölbung und die schwarze Färbung des Himmels zu erkennen. Auf die Ergebnisse sind wir schon enorm stolz“, sagt Sinning. Beeindruckt von der Flughöhe sagt Schulleiter Dr. Lothar Schöppner: „Das ist doppelt so hoch wie ein Jumbo fliegt“. Er verfolgt die Aktivitäten der Jungforscher mit großem Interesse.

Jetzt, so die Herausforderung, sollte der Ballon die Höhe von 30 Kilometern knacken.

Aufnahmen des Wetterballons des Friedrichsgymnasiums

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