Wetterstation zieht um

Zum letzten Mal Wetterdaten aus Kassel

Wetterstation an der Heinrich-Schütz-Allee: Ende Oktober werden hier zum letzten Mal Daten erhoben, ab dann wird das Wetter in Elgershausen beobachtet. Foto: Sasse

Kassel. Ob Regen, Sturm oder Schnee: Die Wetterstation an der Heinrich-Schütz-Allee in Süsterfeld-Helleböhn sendet am Donnerstag, 31. Oktober, zum letzten Mal Daten an den Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Dann werden die Wettermessungen dort eingestellt und in Schauenburg-Elgershausen aufgenommen.

Warum die Messungen an der Heinrich-Schütz-Allee eingestellt werden? „Die Windmessung dort entspricht nicht mehr dem internationalen Standard“, sagt der Pressesprecher des Deutschen Wetterdienstes, Gerhard Lux. Denn der zehn Meter hohe Windmast dürfe in einem Radius von 100 Metern nicht von etwas Höherem überragt werden. Das sei in Kassel nicht mehr der Fall.

„An dieser Stelle der Stadt kann diese Grundstücksbedingung leider nicht hergestellt werden“, sagt die Pressesprecherin der Stadt Kassel, Petra Bohnenkamp. Das waldartige Gehölz und die Beuys-Bäume könnten nicht dauerhaft kurz gehalten werden. Das sei dem Deutschen Wetterdienst bereits im Jahr 1998 mitgeteilt worden.

Dort musste zunächst ein passendes Grundstück gefunden werden. Der Umzug wurde schließlich für das Jahr 2012 geplant. „Der Bau verzögerte sich“, sagt Elke Diederich vom Deutschen Wetterdienst. Einen bestimmten Grund dafür gebe es nicht.

Es hätte zum Beispiel noch geklärt werden müssen, ob Bäume, die an der Bahnlinie nahe dem neuen Grundstück in Elgershausen standen, gefällt werden durften.

Das neue Messfeld ist 1300 Quadratmeter groß und liegt nahe dem Hochwasserbecken Katzenmühle zwischen Elgershausen und Hoof. Die technischen Anlagen in Kassel an der Heinrich-Schütz-Allee sollen bis Ende des Jahres abgebaut sein. Dann geht das Grundstück an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, berichtet Susanne Kühn von der Bundesanstalt. Im Frühjahr 2014 soll es in einem Bieterverfahren verkauft werden.

Gerhard Lux

Die ersten Sensoren laufen in Elgershausen bereits seit dem 26. September im Testbetrieb. Bevor alle Messungen am 1. November starten, müssen allerdings noch drei Sensoren an diesem Tag umziehen: ein Sensor, der das aktuelle Wetter bestimmt, einer zur Bestimmung der Höhe der Wolkenuntergrenze und ein dritter zur Ermittlung der Sichtweite, um die Lichtstreuung in der Atmosphäre zu bestimmen.

„Die Messungen sind dann für ein paar Stunden unterbrochen“, sagt Diederich. Die anderen Geräte werden vom Wetterdienst als Ersatzteile gelagert. Ziel ist es, die Wetterdatenreihe aus Kassel in Elgershausen fortzuführen. Dafür müssen über mehrere Jahre Daten in Elgershausen gesammelt und dann mit denen aus Kassel verglichen werden. „Dann wird geprüft, wie man die Daten übertragen kann“, sagt Diederich. „Ob das geht, kann man noch nicht sagen.“ Archivfoto: nh

Von Lara Sasse

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