Diesmal geht es um den Erhalt beider Freibadstandorte

Wettlauf um Bäder-Abstimmung: Weiteres Bürgerbegehren in Vorbereitung

Grundstück soll nach dem Willen der SPD verkauft werden: das Freibad in Wilhelmshöhe. Seit 1935 besteht die Freizeitstätte auf Grund und Boden, der sich heute für einige Millionen Euro vermarkten lassen dürfte. Archivfoto:  Koch

Kassel. Für ein Bürgerbegehren zum Erhalt dreier Stadtteilbüchereien hat ein Unterstützerkreis aus Kirchditmold kürzlich 8000 Unterschriften gesammelt. Motiviert von der guten Resonanz auf ihr Vorhaben, wollen die Initiatoren in anderer Angelegenheit gleich weitermachen.

Ihr neues Ziel: ein Bürgerbegehren für den Erhalt beider Freibäder in Wilhelmshöhe und Harleshausen.

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Näheres soll besprochen werden bei einem Treffen am heutigen Mittwochabend, 13. Februar, ab 20 Uhr in der Gaststätte Xox an der Baumgartenstraße 1. Dazu seien insbesondere auch Mitglieder der Freibad-Fördervereine beider betroffener Stadtteile eingeladen, sagte Jörg Kleinke, der als Vertrauensperson für das Bücherei-Begehren fungiert hat: „Uns geht es vor allem darum, dass man die Wilhelmshöher und Harleshäuser nicht auseinandertreibt.“

Kleinke bezieht sich auf Aussagen der SPD-Fraktion, die das Schwimmbadgrundstück in Wilhelmshöhe verkaufen und aus dem Erlös die Sanierung des Harleshäuser Bades finanzieren möchte. Dieses Vorhaben könnte in einem Bürgerbegehren zur Abstimmung gestellt werden, hatte SPD-Fraktionschef Christian Geselle gesagt.

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Nun will die Gruppe aus Kirchditmold mit ihrem Abstimmungsprojekt offenbar früher am Start sein. Ihr Stadtteil liegt etwa auf halbem Weg zwischen beiden Bädern. Wer aber ein Bürgerbegehren zugunsten beider Standorte letztlich verantwortet, solle heute Abend besprochen werden, sagte Dr. Bernd Hoppe. Der Rechtsanwalt und Stadtverordnete der Piraten betonte: „Ich bin nicht der Initiator und werde ganz sicher auch nicht Vertrauensperson.“ Juristischen Rat werde er aber – wie schon beim Thema Stadtteilbüchereien – gerne geben. Als Politiker indessen habe er „natürlich große Sympathie für das Ansinnen, beide Freibäder zu erhalten“, räumte Hoppe ein.

Mehr zum Thema lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe. Dort finden Sie unter anderem:

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Für den ersten Schritt eines Bürgerbegehrens, der Sammlung von rund 4400 Unterstützer-Unterschriften, seien die Voraussetzungen einfacher als beim Thema Bibliotheken: Bei den Bädern gehe es nicht darum, einen Stadtverordnetenbeschluss anzufechten, daher sitze den Unterschriftensammlern diesmal keine kurze Frist im Nacken.

Dies würde ebenso für ein alternatives Bürgerbegehren zum Thema Freibäder gelten, falls dieses so zustande käme wie von SPD-Fraktionschef Geselle skizziert. Darauf angesprochen, sagte Hoppe, dass es aus seiner Sicht keinen Hinderungsgrund gebe, zwei Abstimmungsprojekte zum selben Thema, aber mit unterschiedlicher Fragestellung voranzutreiben.

Allerdings würde dies die Erfolgsaussichten insgesamt schmälern, sagte Hoppe: „Es geht ja darum, dass man unter dem Strich für irgendeine Variante eine Mehrheit bekommt.“

Von Axel Schwarz

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