WG-Mitbewohnerin vergewaltigt: Mann muss vier Jahr ins Gefängnis

Kassel. Zu einer Gefängnisstrafe von vier Jahren und drei Monaten hat das Landgericht Kassel am Dienstag einen 24-Jährigen verurteilt, der von seiner WG-Mitbewohnerin der zweifachen Vergewaltigung bezichtigt wurde.

Die heute 21-jährige Frau hatte im Dezember 2013 für kurze Zeit in einer Wohngemeinschaft an der Frankfurter Straße in Kassel gelebt. Richter Jürgen Stanoschek erkannte auf zwei Vergewaltigungen, einmal in Tateinheit mit Freiheitsberaubung und Körperverletzung.

Die Frau berichtete, dass sie am 11. Dezember 2013 abends ausgehen wollte. Das habe dem Angeklagten, mit dem sie - eigenen Angaben zufolge – seit einiger Zeit einvernehmlich Sex hatte, nicht gefallen. Der dritte WG-Bewohner habe sie festgehalten, während der Angeklagte das Schloss der Haustür auswechselte, sodass sie die Wohnung nicht verlassen konnte. Schließlich sei sie ins Bett gegangen. Der Angeklagte habe sich zu ihr gelegt und sie ungeachtet ihres Protests vergewaltigt.

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Bei nächster Gelegenheit sei sie aus der WG geflüchtet und in eine andere Wohnung umgezogen. Fünfeinhalb Wochen später tauchte der Angeklagte dort auf. Er habe sie ins Wohnzimmer gedrängt und ihr ein paar Ohrfeigen gegeben. Weil sie ihm, wie beide bestätigten, Geld schuldete. Um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen, habe der Angeklagte mit einem Messer gedroht und nötigte sie, im Bad für Nacktfotos zu posieren. Als sie sich im Bad nach ihren Anziehsachen gebückt habe, habe der Angeklagte sie zum zweiten Mal vergewaltigt. DNA-Spuren von Sperma bestätigten dies.

Laut Staatsanwalt Matthias Blosche, der eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten gefordert hatte, konnte die Verhandlung nicht klären, ob die beiden eine emotionale Beziehung im Sinne einer Partnerschaft hatten. Der Angeklagte sagte Ja, die Frau dagegen gab an, dass es nur um Sex gegangen sei. Die Angaben der 21-Jährigen seien so abstrus, sagte der Staatsanwalt, „das muss wahr sein“. Verteidiger Olav Stalling, der für einen Freispruch plädierte, verwies auf ein Gutachten, wonach es auch Anhaltspunkte für eine Falschaussage der 21-Jährigen gebe. Die Anwältin der 21-Jährigen hielt eine Haftstrafe von sieben Jahren für angemessen. (zal)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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