Arbeitsagentur: Wirtschaftsaussichten in der Region sind für 2011 positiv

Wichtige Branchen stabil

Detlef Hesse

Kassel. Die wirtschaftlichen Aussichten für die Region haben sich innerhalb weniger Monate deutlich verbessert. Das geht aus dem Regionalen Arbeitsmarktmonitor der Agentur für Arbeit hervor, der kürzlich aktualisiert worden ist. Für den Agenturbezirk Kassel bestehen in den Branchen mit den meisten Beschäftigten derzeit keine Risiken.

„Die Einschätzung ist wesentlich positiver als noch Mitte vorigen Jahres“, sagt Detlef Hesse, Chef der Kasseler Arbeitsagentur. „Inzwischen liegen viele Wirtschaftszweige im grünen Bereich.“ Das heißt: Mit ihnen geht es künftig aufwärts.

Zwar ist die Kfz-Branche, wo Nordhessen mit den Werken von Volkswagen und Mercedes-Benz besonders stark ist (mehr als 18 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte), von der Arbeitsagentur noch mit leicht negativem Trend eingestuft. Allerdings gab es in der Zwischenzeit die gute Nachricht, dass der neue Elektromotor von VW in Baunatal produziert werden soll.

Im Gesundheits- und im Sozialwesen, beides Branchen mit mehr als 10 000 Beschäftigten in der Region, vergibt die Arbeitsagentur den Bestwert auf der Skala. Angesichts des demografischen Wandels müssten diese Wachstumszweige weiter gestärkt werden, sagt Hesse. Die Kehrseite des Booms sei, dass der bestehende Fachkräftemangel in diesem Bereich drohe, noch gravierender zu werden. Die Bemühungen um Fachpersonal müsse man generell dringend intensivieren. „Der wichtigste Standortfaktor sind künftig Arbeitskräfte.“

Deshalb gelte es, die Attraktivität der Region als Arbeitsplatz und Wohnort zu steigern und gezielt Fachkräfte anzuwerben und auszubilden. Da künftig die Nachfrage nach Akademikern deutlich steigen werde, sei ein weiteres Ziel, Absolventen der Kasseler Universität in Nordhessen zu halten. „Wir werden uns immer mehr zur wissensbasierten Gesellschaft entwickeln.“

Grundsätzlich sei der Branchenmix im Agenturbezirk stimmig, er weiche nicht auffällig vom Bundesdurchschnitt ab. Der Anteil sozialversicherungspflichtiger Beschäftigter liege im verarbeitenden Gewerbe mit 25,1 Prozent 1,3 Prozentpunkte über dem Bundesschnitt. Gäbe es in diesem Bereich eine stark erhöhte Quote, hätte man sich Gedanken machen müssen, sagt der Agenturchef, da davon auszugehen sei, dass das verarbeitende Gewerbe in Deutschland auf lange Sicht an Bedeutung verlieren werde. Der leicht überdurchschnittlich vertretene Gesundheits- und Sozialbereich (Kassel: 13,4 Prozent, Bund: 11,9) sei hingegen aufgrund der zu erwartenden Entwicklung positiv. Im Bereich Lagerei und Logistik sei die Region mit 6,2 Prozent (Bund:5,2) dabei, so Hesse, „die Chance als Drehkreuz in Deutschland zu nutzen“. ARTIKEL RECHTS

Von Katja Rudolph

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