Kritik an Fremdkörper

Widerstand gegen Bebauung im Dreieck Heideweg / Baunsbergstraße

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Grundstück für die umstrittene Bebauung: Auf dieser Fläche zwischen der Baunsbergstraße und dem Heideweg soll eine Stadtvilla entstehen. Im Hintergrund ist die Christuskirche zu sehen.

Bad Wilhelmshöhe. Die geplante Bebauung der Grünfläche im Bereich Heideweg/Baunsbergstraße mit einer Stadtvilla bringt nicht nur die Anwohner und den Ortsbeirat auf die Barrikaden.

Jetzt hat sich auch der Arbeitskreis für Denkmalschutz und Stadtgestalt zu Wort gemeldet. Die Kritik ist mehr als deutlich. Vor den niedrigeren Häusern des Flüsseviertels sei dieser Neubau ein Fremdkörper, sagt der Sprecher des Arbeitskreises, Dr. Christian Presche. Die vier Geschosse versperrten zudem die Sicht vom oberen Teil der Baunsbergstraße auf die Christuskirche.

„Das Grundstück ist keine zufällige unbebaute Lücke“, sagt der Historiker. Bereits im Jahr 1916 sei dieses Dreieck erwähnt worden. Und zwar im „Ortsstatut zum Schutze der Residenzstadt Cassel gegen Verunstaltung“. Darin sei ausdrücklich festgelegt worden, dass die Wirkung der Christuskirche auf das Stadtbild zu schützen sei. Deshalb habe man damals auch eine maximale Höhe der umliegenden Bebauung von zehn Metern festgelegt. Das entspreche zwei Wohngeschossen und einem ausgebauten Dachgeschoss.

In der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats hatte die Stadt eine überarbeitete Version der Planung vorgelegt. Demnach sollte die Stadtvilla mit drei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss etwas niedriger werden als ursprünglich vorgesehen. Nach wie vor soll sie Platz für sieben Wohnungen und eine Tiefgarage bieten.

Gar nicht bauen

Das ist nach Einschätzung des Ortsbeirats immer noch zu mächtig. „Uns wäre es am liebsten, wenn diese Fläche gar nicht bebaut würde“, sagt Ortsvorsteherin Anja Lipschik (Grüne). Das ist allerdings kaum zu erwarten.

Zum Verkaufspreis macht die Stadt keine Angaben, es dürfte bei gut 2000 Quadratmetern am Rande des Füsseviertels um eine höhere sechsstellige Summe gehen. Ausschlaggebend für eine Baugenehmigung sei das allerdings nicht, hat Baurat Christof Nolda (Grüne) bei der jüngsten Bürgerversammlung in Bad Wilhelmshöhe gesagt. Die viel kritisierten Stadtvillen würden stark nachgefragt. Zudem füge sich der geplante Neubau durchaus in das Umfeld ein. Damit meint er allerdings nicht das Flüsseviertel, sondern die Bebauung auf der anderen Seite der Baunsbergstraße. Auch dort stehen Stadtvillen. Dazu passe der Neubau. Der Ortsbeirat sieht das anders und fühlt sich von den Denkmalschützern bestärkt.

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