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Wie die Stadt Kassel die Lage rund um den Krieg und Corona angeht

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Von: Florian Hagemann

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Lagebesprechung: Annähernd 30 Mitarbeiter des Rathauses kommen derzeit jeden Tag zusammen, um die wichtigsten Fragen rund um den Ukraine-Krieg und Corona zu beantworten.
Lagebesprechung: Annähernd 30 Mitarbeiter des Rathauses kommen derzeit jeden Tag zusammen, um die wichtigsten Fragen rund um den Ukraine-Krieg und Corona zu beantworten. © Pia Malmus

Jeden Morgen trifft sich der besondere Stab der Stadt: Dabei geht es vor allem um die Bewältigung der Krisen: um die Folgen den Krieges in der Ukraine und um Corona.

Kassel – Es sind herausfordernde Zeiten – speziell für die Stadt Kassel. Corona ist noch nicht vorbei, und nach der russischen Invasion tobt der Krieg in der Ukraine. Täglich kommen mehr Geflüchtete aus dem Kriegsgebiet nach Deutschland – und damit auch nach Kassel. Mehr als 1700 Menschen aus der Ukraine sind bereits hier, insgesamt rechnet die Stadt mit 3500 bis 4000 Geflüchteten, die hier – zumindest vorübergehend – unterkommen. Das alles will organisiert sein. Nur: Wie geschieht das? Ein Einblick in die tägliche Lagebesprechung.

Diese tägliche Lagebesprechung findet im Magistratssaal des Rathauses statt. Hier kommt der Stab zusammen, den Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) unter dem Titel „Besondere Aufbauorganisation – Kritische Lage“ zusammengerufen hat und der sich mit der dynamischen Situation rund um die beiden Überthemen dieser Tage, Wochen und Monaten befasst: mit Corona und mit dem Ukraine-Krieg.

Sechs Stabsbereiche, die wiederum in sieben Einsatzabschnitte gegliedert sind, nehmen an den Sitzungen teil. Dazu zählen die Bereiche Innerer Dienst, Lage, Einsatz, Logistik, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Informations- und Kommunikationstechnik. Geselle leitet die Sitzung. Es entsteht dabei gerade so etwas wie eine Stadt in der Stadt, wie es der Oberbürgermeister ausdrückt.

Jeden Tag müssen neue Fragen beantwortet werden – alles auf Grundlage der aktuellen Situation und der aktuellen Zahlen, die auf einer Leinwand am Ende des Raumes vorgestellt werden: Wie kommen wir an Übersetzer, um die Geflüchteten mit Informationen zu versorgen? Wie weit sind die Unterkünfte, die für die Geflüchteten bereitgehalten werden? Was muss noch geordert werden? An welcher Stelle muss noch nachgebessert werden?

Manche Fragen befassen sich mit den simpelsten Dingen des Alltags, wenn es etwa darum geht, ob genügend Bettzeug für die Geflüchteten vorhanden ist, oder was geschieht, wenn die Geflüchteten mit ihren Haustieren kommen. Manche Fragen sind komplexer – etwa beim Thema Schule. Es ist abzusehen, dass es mit der zunehmenden Zahl an Geflüchteten mehr Schulraum braucht, mehr Lehrer. Das bedarf einer gewissen Vorbereitung. Es muss oft viel bedacht sein, bevor die Fragen gänzlich beantwortet werden können. Ziel ist es, vor die Lage zu kommen und dabei sowohl die Geflüchteten als auch die Kasseler Stadtgesellschaft im Blick zu haben, wie Geselle es sagt.

Es herrscht eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre unter den rund 30 Mitarbeitern des Rathauses – unter ihnen auch die Dezernenten Ilona Friedrich, Dirk Stochla und Christof Nolda. Alle – und das kommt erschwerend hinzu – müssen Masken tragen. Die Pandemie ist ja noch nicht vorbei. Annähernd 90 Minuten dauert die Lage – mal sind es ein paar Minuten mehr, mal ein paar Minuten weniger. Alle Fragen des Tages sind dann angesprochen, aber mitunter nicht geklärt. Die Runde dient auch dazu, Arbeitsaufträge für den Tag mitzunehmen und die Ergebnisse am nächsten Tag einfließen zu lassen – wenn der Stab wieder tagt.. (Florian Hagemann)

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