Promovierte Wirtschaftswissenschaftler gründet Fit Food Box

Wie Start-Ups der Krise trotzen: Gesundes zum Mitnehmen

Bestellen und abholen: Die Fit Food Box von Alexander Haase ist an verschiedenen Orten in Kassel unterwegs. Im Hintergrund ist seine Mitarbeiterin Madlen Schütze zu sehen.
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Bestellen und abholen: Die Fit Food Box von Alexander Haase ist an verschiedenen Orten in Kassel unterwegs. Im Hintergrund ist seine Mitarbeiterin Madlen Schütze zu sehen.

Neueröffnung trotz Corona? Besonders in der Gastronomie lässt sich kaum vorhersagen, was die kommenden Monate bringen. Wir stellen ein Start-up vor, das sich der Krise angepasst haben.

Kassel – Die Idee, ein Food-Start-up zu gründen, hatte Alexander Haase schon seit Längerem. Vor mehr als zehn Jahren hatte der promovierte Wirtschaftswissenschaftler überlegt, in Kassel ein Restaurant der Kette Vapiano zu eröffnen, sich aber doch dagegen entschieden. Zum Glück, sagt er heute. Die Begeisterung für die Gastronomie ließ den 31-Jährigen dann aber trotz Doktorarbeit nicht los. Den Anstoß für die Fit Food Box, so heißt Haases Unternehmen, hat seine eigene Ernährungsumstellung vor einigen Jahren gegeben.

„Ich habe einfach gemerkt, dass es außerhalb der Innenstadt in Kassel schwierig ist, eine gesunde Mahlzeit zum Mitnehmen zu bekommen“, sagt er. Bei seinen Gerichten ist es Haase wichtig, dass sie das Immunsystem stärken. „Viele denken, vorwiegend Obst hat viele Vitamine, aber Gemüse kann noch einen viel größeren Anteil zur Stärkung des Immunsystems betragen“, sagt er. Seine Kenntnisse über gesunde Ernährung hat Haase sich über Jahre angeeignet. Unterstützung bekommt er auch von seinem Schwager, der unter anderem für Diabetes-Patienten kocht.

Ursprünglich hat Haase über einen festen Standort für sein Restaurant nachgedacht. Auch coronabedingt fiel dann die Entscheidung, erst mal einen Foodtruck anzuschaffen und mit ihm verschiedene Standorte im Stadtgebiet anzufahren. Irgendwann will Haase vielleicht über ein Restaurant nachdenken. Der Truck soll aber immer ein Standbein bleiben.

Momentan steht der mobile Foodstand jeweils ab 11.30 Uhr am Edeka Möller in Vellmar (Montag und Mittwoch), am Rewe Kirchweg in Wehlheiden (Dienstag und Donnerstag) und vor Möbel Schaumann in Niederzwehren (Freitag und Samstag). Angeboten werden Bowls (Gemüse mit Reis), Salate und Wraps (Teigfladen). „Wir denken auch darüber nach, in der kälteren Jahreszeit vielleicht eine sogenannte Hot Bowl zum Beispiel mit Chilli con Carne-Topping anzubieten“, sagt Haase.

Während die normalen Bowl aus Zutaten bestünden, die sich nicht aufwärmen lassen, wie beispielsweise Gurken oder Salat, sei das bei Hotbowls dann später auch zuhause problemlos möglich.

Bestellen kann man die Gerichte der Fit Food Box, die es mit Fleisch, Fisch oder in vegetarischen oder veganen Varianten gibt, direkt am Truck. Außerdem ist der Bestellvorgang über eine App möglich, sodass das Essen nur noch zu einem festen Zeitpunkt abgeholt werden muss.

„So lassen sich Wartezeiten vermeiden, was aktuell mit Blick auf Corona ein großer Vorteil ist“, sagt Haase. Auch die Bezahlung ist im Vorfeld schon online möglich. Haase hat mittlerweile ein Team von sieben Mitarbeitern, die ihn unterstützen. Er steht aber auch selbst im Foodtruck. „Es ist einfach ein tolles Gefühl, wenn man Menschen mit gutem Essen eine Freude machen kann“, sagt er.

Und auch wenn einige seiner Studienkollegen ihn für ein bisschen verrückt halten, dass er sich nach Studium und Promotion sich jetzt für einen Job in der Gastronomie entschieden hat, ist das für Haase völlig in Ordnung. „Für mich stand schon früh fest, dass ich mein eigenes Ding machen will“, sagt er.

Weitere Informationen und die aktuellen Standorte unter fitfoodbox.de

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