Bildungseinrichtung in der Dönche wird weiter genutzt

Wieder Leben im Freilandlabor

Biologieunterricht im Freilandlabor Dönche: Schülerin Lea Gibhardt (von links) Student Adrian Cordes, die Schülerinnen Ece Ince, Katharina Roth und Studentin Viktoria Haase.
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Biologieunterricht im Freilandlabor Dönche: Schülerin Lea Gibhardt (von links) Student Adrian Cordes, die Schülerinnen Ece Ince, Katharina Roth und Studentin Viktoria Haase.

Die Zukunft des Freilandlabors in der Dönche war wegen zunehmender Vandalismusschäden ungewiss. Jetzt ist klar, dass es weitergeht. Hier ist Biologieunterricht in der Natur möglich.

Kassel - Sie haben mit dem Kescher einen Frosch aus dem kleinen Teich geholt und fotografiert, den Sauerstoffgehalt des Wassers bestimmt, die Temperatur sowie den pH-Wert – und den Frosch natürlich wieder zurück ins Wasser gesetzt. Dass diese Form des Biologieunterrichts Spaß macht, kann man sich vorstellen. „Das ist eine tolle Abwechslung“, sagt Lea Gibhardt, die zusammen mit anderen Nachwuchsforschern von der Kasseler Georg-August-Zinn-Schule gerade Unterricht an der frischen Luft macht.

Das Freilandlabor im Naturschutzgebiet Dönche bietet dafür optimale Bedingungen. „Wir sind froh, dass wir diese tolle Einrichtung weiter nutzen können“, sagt Marit Kastaun von der Uni Kassel. Zusammen mit ihrer Kollegin Monique Meier Kassel hat sie das Programm organisiert.

Bis vor wenigen Wochen stand die weitere Nutzung des Freilandlabors noch auf der Kippe. Immer wieder war es rund um die Schutzhütte zu Vandalismus gekommen. Berge von Abfall, Scherben und Schmierereien hatten dafür gesorgt, dass die Obere Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium und Hessen Forst die Notbremse gezogen haben. Mit Hinweisschildern vor Ort informierten sie darüber, dass es so nicht weitergehen kann. Sollte keine Besserung eintreten, werde man die Schutzhütte abreißen und das seit Jahrzehnten existierende Freilandlabor schließen. Der öffentliche Appell mit einem Artikel in der Zeitung hat etwas bewirkt. „Es ist nicht perfekt, aber deutlich besser geworden“, sagt Marit Kastaun. Aus der Nachbarschaft werde jetzt genauer hingeschaut, zudem habe es private Müllsammlungen gegeben.

Das Freilandlabor, das bundesweit eine Rarität ist, kann also weiterbetrieben werden. Unter anderem für die Ausbildung angehender Lehrerinnen und Lehrer. Mit Mitteln aus der Qualitätsoffensive Lehrerbildung des Landes soll es weiterhin Seminare in der Natur geben. An verschiedenen Stationen haben zuletzt die GAZ-Schüler mit digitalen Werkzeugen die Natur erkundet. Nach monatelangen Einschränkungen durch Corona sei die Motivation besonders groß gewesen, sagt Marit Kastaun. Wer den jungen Forschern zusah, konnte das bestätigen. Das Areal des Freilandlabors mit einem Teich für die Gewässeranalyse, einer großen Wiese für die Vegetationskunde und der Schutzhütte mit Arbeitsplätzen zum Mikroskopieren eignet sich dafür besonders gut. Da werden dann zunächst noch abstrakt klingend Ziele wie forschendes Lernen und die Bildung nachhaltiger Entwicklung schnell mit Leben gefüllt.

Und wie ist es nun um die Wasserqualität des Teichs bestellt? „Die ist gut, das haben wir überprüft“, sagt Schülerin Katharina Roth, die mehrere Proben genommen hat. Und der kleine Frosch habe den kurzen Schreck auch prima überstanden. (Thomas Siemon)

Am Mikroskop: Amir Yusufian sah sich unter anderem Libellenlarven in der Vergrößerung an.

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