18-Jähriger wurde an der Weigelstraße ausgeraubt - Anderer Tathergang als Karfreitag

Nach Karfreitag: Wieder Überfall auf 18-jährigen Pizzaboten

+
Überfall statt Auslieferung: In Kassel sind innerhalb von drei Tagen zwei Pizzaboten überfallen worden. Das Agenturfoto, das in Berlin aufgenommen wurde, steht in keinem Zusammenhang mit den aktuellen Fällen.

Kassel. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage ist am Montagabend ein Pizzabote überfallen worden. Der 18-jährige Mitarbeiter einer Pizzaservice-Kette hatte gegen 22.15 Uhr eine Bestellung in die Weigelstraße geliefert.

Als er zu seinem Motorroller zurückkehrte, forderte ein maskierter Mann den Pizzakurier auf, das Portemonnaie herauszugeben, berichtet Polizeisprecher Michael Lange. Dabei hielt der Täter dem jungen Mann eine Pistole an den Hinterkopf und später vor das Gesicht. Sein Komplize, der ebenfalls maskiert war, bedrohte den 18-Jährigen zudem mit einem Messer.

Der mit dem Messer bewaffnete Räuber durchsuchte den Pizzaboten und zog ihm die Geldbörse mit den Einnahmen der letzten Pizzalieferungen aus der Jacke. Dann zog er den Schlüssel aus dem Schloss der Motorrollers, und die beiden Männer flüchteten Richtung Königstorhalle. Die sofort eingeleitete Fahndung nach den Tätern blieb laut Polizei bislang ohne Erfolg.

Diesmal echte Bestellung

Erst am Abend des Karfreitag war ein Pizzabote überfallen worden. Betroffen war nach Angaben der Polizei derselbe Pizzabringdienst, allerdings zwei verschiedene Mitarbeiter. Ob für den Fall von Freitag dieselben Männer verantwortlich sind wie für den Raubüberfall am Montagabend sei bislang unklar, sagt Polizeisprecher Michael Lange. Fest steht indes, dass der Tathergang am Freitag ein anderer war.

Während am Montag eine Stammkundin - die nach Angaben der Ermittler nicht im Zusammenhang mit der Tat steht - eine Pizza bestellt und auch entgegengenommen und bezahlt hatte, war der Pizzakurier am Freitagabend durch eine falsche Bestellung in den Kleinen Holzweg gelockt worden. Dort lauerten dem 25-Jährigen dann zwei junge Männer auf, bedrohten ihn mit einer Pistole und forderten Geld.

Die beiden Fälle sorgen für Unruhe bei den Kasseler Pizza-Bringdiensten. „Die Stimmung ist nicht gerade berauschend“, sagt Lutz Hochhaus, Inhaber von Joey’s Pizza-Service an der Wilhelmshöher Allee, auf Anfrage. Die Fahrer hätten ein mulmiges Gefühl. Grundsätzlich kenne man die Telefonnummer und Adresse der Kunden. Bei Neukunden werde die Nummer und Echtheit der Bestellung per Rückruf überprüft.

So läuft es auch bei Hallo Pizza an der Wilhelmshöher Allee. Panik hält Chef Andy Hartig angesichts der beiden Überfälle nicht für angebracht. Seine Fahrer seine angehalten, das Geld regelmäßig in der Zentrale abzugeben, um nicht mehrere hundert Euro als leichte Beute bei sich zu tragen. Außerdem würden sie geschult, bei einem Überfall nicht den Helden zu spielen: Bevor die Täter womöglich gewalttätig werden, lieber das Geld herausgeben. Hartig versteht nicht, warum es die Täter gerade auf Pizza-Fahrer abgesehen haben: „Da ist doch nicht viel zu holen.“

Täterbeschreibung

• Täter mit Pistole: 1,90 Meter groß, auffällig dünn, bekleidet mit schwarzer Lederjacke, schwarzen Jeans und schwarzen Stiefeln.

• Täter mit Messer: 1,80 Meter groß, er trug eine schwarze Lederjacke und darunter einen braunen Pullover, sowie schwarze Jeans und schwarze Stiefel.

Beide Männer sprachen akzentfrei Deutsch. Da beide eine Maske trugen, kann das Opfer keine Angaben zum Alter machen. (rud)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.