Leiterin Dr. Alexandra Lutz verlässt Kassel – CDU fordert bessere Ausstattung

Wieder Wechsel im Stadtarchiv

Arbeitsplatz im Marstall: Die Leitungsstelle im Kasseler Stadtarchiv wird wieder frei. Dr. Alexandra Lutz geht nach Frankfurt. Archivfoto: Fischer/nh

kassel. Erneuter Wechsel im Kasseler Stadtarchiv: Nach zweieinhalb Jahren an der Spitze der städtischen Einrichtung quittiert Dr. Alexandra Lutz ihren Dienst. Sie wechselt ans Institut für Stadtgeschichte nach Frankfurt. Ihre Vorgängerin Dr. Sigrid Schieber hielt es nur elf Monate in Kassel. Sie verabschiedete sich „aus persönlichen Gründen“, wie es damals hieß.

Grund für die hohe Fluktuation soll die schlechte Ausstattung des Stadtarchivs und die mangelnde Qualifikation der Mitarbeiter sein. Die scheidende Leiterin Alexandra Lutz war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die Kasseler CDU-Fraktion schlägt vor, den Wechsel zu nutzen und ein Gesamtkonzept für das Stadtarchiv zu erarbeiten. Das sieht ein Antrag für die Juli-Sitzung des Kulturausschusses vor. Das Archiv führe seit Jahrzehnten ein Schattendasein, kritisiert der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dr. Jörg Westerburg. Es müsse überprüft werden, ob die personelle und technische Ausstattung in dieser Form ausreichten und wo konkret die Probleme lägen.

Nach dem Wechsel von Frank-Roland Klaube nach vier Jahrzehnten an der Spitze des Archivs in den Ruhestand stehe nun die vierte Stellenausschreibung an, sagt Westerburg. Nach dem Weggang von Sigrid Schieber habe es eine neunmonatige Vakanz gegeben. Ein Kandidat habe in der Vergangenheit seine Bewerbung kurzfristig zurückgezogen, sodass erneut ausgeschrieben werden musste.

Lutz sei mit großem Engagement nach Kassel gekommen und habe viel bewegt. Als Stichworte nennt Westerburg die Digitalisierung historischer Fotos und die Aufnahme der Bestände ins Internet. „Das darf nicht wieder auf die parteipolitische Schiene kommen“, sagt er über die Ausstattung des Archivs.

Lutz, die im November 2010 von Marburg nach Kassel gekommen war, verlässt das Stadtarchiv im Marstall zum 1. Juli. Die Stadt hofft die Stelle ohne lange Vakanz wieder besetzen zu können. Die Ausschreibung soll nach Auskunft aus dem Rathaus heute in der Wochenzeitung „Die Zeit“ erscheinen und wird im Internetportal der Arbeitsagentur ausgeschrieben. Bewerber müssen laut Ausschreibung für den höheren Archivdienst geeignet sein, Erfahrung in der stadtgeschichtlichen Forschung, Berufs- und Führungserfahrung in einem Archiv, umfassende Kenntnisse in der Anwendung elektronischer Medien, sehr gute kommunikative und organisatorische Fähigkeiten, Selbstständigkeit, Eigeninitiative und soziale Kompetenz mitbringen.

Archivfoto: Koch

Von Ellen Schwaab

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