Zahl der Straftaten in Stadt und Landkreis rückläufig, Aufklärungsquote leicht angestiegen

Wieder weniger Einbrüche

Einbrecher machen der Polizei weniger Arbeit: Im vergangenen Jahr ging die Zahl der angezeigten Fälle wieder zurück. Archivfoto:  nh

Kassel. Im vergangenen Jahr musste die Polizei viel Kritik einstecken, weil die Zahl der Wohnungseinbrüche in Kassel so stark gestiegen war. Umso erfreuter zeigte sich Polizeipräsident Eckard Sauer am Donnerstag bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für 2012:

Die Zahl der Einbrüche ist wieder rückläufig. Nach einem Anstieg im Jahr 2011 auf 715 Wohnungseinbrüche sank die Gesamtzahl auf 481 Fälle. „Wir haben noch nicht wieder die äußerst geringen Werte der Vorjahre erreicht, die Entwicklung geht aber deutlich nach unten und ist mit einem Minus von 32,7 Prozent derzeit nachhaltig positiv“, sagte Sauer.

Der Präsident ist insgesamt zufrieden: Sowohl in der Stadt als auch im Landkreis Kassel ist die Zahl der angezeigten Straftaten rückläufig. In Kassel wurden 19 775 Delikte angezeigt (2011: 21 423) und im Kreis 7671 (2011: 7873). Gleichzeitig sei die Aufklärungsquote leicht gestiegen: in der Stadt auf 59 Prozent, im Kreis auf 53,1 Prozent.

Es gebe nur wenige Bereiche, in denen die Zahl der Straftaten gestiegen ist: Dabei handele es sich um die sogenannten Schockanrufe, Fahrraddiebstähle, Tankstellenüberfälle, Sachbeschädigungen an Fahrzeugen und Drogendelikte.

Je mehr Kontrollen es im Drogenmilieu gebe, desto mehr Strafanzeigen würden erstattet. In der Stadt wurden 1208 Ermittlungsverfahren eingeleitet (2011: 1072), im Landkreis gab es 196. Oliver Kusan, Leiter der Kriminaldirektion, wies auch auf die erfolgreiche Arbeit der Kasseler Drogenfahnder hin: So stellten sie unter anderem 600 Kilogramm Marihuana in Thüringen sicher, das aus Griechenland geschmuggelt worden war.

14 Tankstellenüberfälle in der Stadt beschäftigten die Polizei (2011: 2). Vier Jugendliche Täter wurden bereits im Januar 2011 festgenommen, ein weiterer Tatverdächtiger wurde ermittelt. „Überfälle auf Tankstellen lohnen sich nicht. Die Täter werden gefasst“, sagte Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch.

657 Fahrräder wurden in der Stadt (2011: 449) und 149 im Landkreis (2011: 136) gestohlen. Dabei handele es sich um ältere Modelle, die mitunter von Schrotthändlern einfach mitgenommen würden, sagte Uwe Papenfuß, Leiter der Polizeidirektion. Außerdem hätten es die Diebe auf teure Modelle abgesehen. Hier stelle die Polizei immer wieder fest, dass Radfahrer bereit sind, mehrere Tausend Euro für ein Rad auszugeben, aber dann am Schloss sparen.

Der Erfolg der nordhessischen Polizei sei auch auf das landesweite Programm „300 in 3 Jahren“ zurückzuführen, sagte Sauer. Nach Angaben von Gerald Hoffmann, Leiter der Abteilung Einsatz, bekomme das Präsidium dadurch insgesamt über 40 zusätzliche Polizisten.

Nichtsdestotrotz wisse man nicht, wie die Entwicklung weitergehe. „Wir wissen nicht, was es für neue kriminelle Phänomene geben wird. Vor wenigen Jahren waren Schockanrufe und Skimming auch noch nicht bekannt“, sagte Vizepräsident Bernd Paul.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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