Unheimliche Serie begann am 14. April mit sieben Brandstiftungen in der Nordstadt - eine Übersicht

Brandserie Kassel: 20 Mal Tatort Treppenhaus

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Kassel. Die Kasseler Polizei geht davon aus, dass ein Serientäter zumindest für das Gros der Brände verantwortlich ist, die seit dem 14. April im Kasseler Stadtgebiet gelegt worden sind.

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Neben den vier Bränden am Wochenende in Bettenhausen, der Nordstadt und Oberzwehren gab es vorher bereits 16 Brandstiftungen. Eine Übersicht:

Sieben Brände wurden in der Nacht zum Donnerstag, 14. April, in der Nordstadt gelegt. Die Schäden in Häusern an Fichtnerstraße, Hegelsbergstraße, Holländischer Straße, Oestmannstraße und Struthbachweg blieben relativ gering – bei etwa 30 000 Euro. Ab 2.40 Uhr forderten der oder die Täter Polizei und Feuerwehr gewissermaßen zu einem Katz-und-Maus-Spiel über eineinhalb Stunden heraus.

Hier hat es gebrannt: Grafik der Tatorte als PDF

Es begann mit zwei Bränden in Treppenräumen in zwei benachbarten Häusern am Struthbachweg. Nur eine Viertelstunde später brach ein Feuer an der Holländischen Straße aus. Die nächsten Brände mussten die Einsatzkräfte gegen 3.06 Uhr an der Hegelsbergstraße, 3.35 Uhr erneut am Struthbachweg und um 3.57 Uhr an der Fichtnerstraße löschen. Zudem gab es zwei Brandstiftungen an Fichtnerstraße und Oestmannstraße, dort gingen die Feuer aber von allein wieder aus.

Am Freitag, 15. April, musste die Feuerwehr dreimal ausrücken. Gegen 10 Uhr wurde sie in die Henkelstraße 4 gerufen. Dort habe der Löschzug brennenden Müll im Hauseingang gefunden. Ähnlich sei der Ablauf gegen 10.53 Uhr in der Fünffensterstraße 9 gewesen. Auch dort sei es den Einsatzkräften schnell gelungen, den brennenden Unrat im Flur zu löschen. Und auch in der Frankfurter Straße 99 hatten Unbekannte gegen 11.34 Uhr Müll im Hausflur entzündet.

In der Nacht zu Samstag, 16. April, musste die Feuerwehr innerhalb weniger Minuten mehrfach ausrücken. Gegen 2.30 Uhr wurde aus der Ludwigstraße ein Kellerbrand gemeldet. Dort war Unrat in dem unverschlossenen Keller entzündet worden. Nur zehn Minuten später erneut Alarm: In einem Mehrfamilienhaus an der Ysenburgstraße brannte es im Hausflur. Während in den beiden ersten Fällen kein schlimmerer Schaden entstand, wurden zwei Bewohner des Hauses an der Ysenburgstraße vorsorglich ins Krankenhaus gebracht, weil sie Rauch eingeatmet hatten.

Der heftigste Brand wurde gegen 5.53 von Bewohnern eines Hauses an der Holländischen Straße bemerkt. Im Keller standen Gegenstände lichterloh in Flammen, das Treppenhaus verrauchte ebenfalls stark. Zwei Bewohner wurden mit der Drehleiter aus ihren Wohnungen gerettet. Zwei Menschen erlitten eine Rauchgasvergiftung und wurden ins Krankenhaus gebracht.

In der Nacht zum Freitag, 22. April, wurden drei weitere Brände gelegt. Der erste Brand wurde um 22.39 Uhr in der Wolfhager Straße gemeldet. Hier brannte ein Kinderwagen im Hausflur. Ein zweiter Brand wurde kurz nach Mitternacht in der Fuldatalstraße gemeldet. Hier brannte ebenfalls ein Kinderwagen. Schließlich ging in der Kaulbachstraße ein Müllcontainer um 3.20 Uhr in Flammen auf. (use/clm/rud)

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