Pläne für Nutzung

Das Hotel Hessenland in Kassel wird wiederbelebt

Lobby soll erhalten bleiben: Architekt Matthias Tunnemann im Eingangsbereich des denkmalgeschützten Hotels Hessenland. Ein Umbau kann frühestens 2023 starten.
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Lobby soll erhalten bleiben: Architekt Matthias Tunnemann im Eingangsbereich des denkmalgeschützten Hotels Hessenland. Ein Umbau kann frühestens 2023 starten.

Zuletzt stand das Hotel Hessenland in Kassel leer. Jetzt gibt es neue Besitzer, die große Pläne mit dem 50er-Jahre Gebäude haben.

Kassel – Noch sind die Türen geschlossen. Aber das soll sich bald ändern. Lange Zeit gehörte das Hotel Hessenland an der Oberen Königsstraße in Kassel einer Investorengruppe aus Israel, die das Hotel aber vor über einem Jahr geschlossen hatte. Nach dem Kauf der Immobilie durch eine extra für diesen Zweck gegründeten Kasseler Entwicklungsgesellschaft gibt es nun Pläne für die Wiederbelebung des denkmalgeschützten Hauses.

Zumindest 2022 wird es aber erst mal keinen normalen Hotelbetrieb geben. Denn für nächstes Jahr hat zunächst die documenta einen Mietvertrag unterschrieben. Wie die Weltkunstschau das Gebäude nutzen will, das soll erst Anfang nächsten Jahres bekannt gegeben werden.

Hotel Hessenland in Kassel - wird der Hotelbetrieb aufrechterhalten?

Matthias Tunnemann vom Kasseler Architekturbüro Sprengwerk freut sich über die zwischenzeitliche Nutzung durch die documenta in Kassel. Tunnemann ist einer der Manager, die hinter der neu gegründeten 5Fenster Quartiersentwicklungs GmbH & Co. KG stehen. Als Investoren im Boot sind zudem der Kasseler Unternehmer Udo Wendland und die Coco Real GmbH mit Sitz im bayrischen Sonthofen. Für die Nutzung durch die documenta müssten nur einige Brandschutzauflagen erfüllt werden, so Tunnemann. Diese Arbeiten würden kurzfristig erledigt.

Größere Bauarbeiten soll es erst geben, nachdem der Planungsprozess abgeschlossen ist. Ursprünglich war vorgesehen, das Hotel nach einem Umbau weiter als solches zu betreiben. „Das ist auch weiter das Ziel. Doch durch Corona müssen wir nun auch noch mal neu nachdenken“, sagt Tunnemann. Er verweist damit auf die schwierige Lage der Hotellerie in der Pandemie.

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Aber gleichzeitig zeigt er sich optimistisch, dass das Hotel Hessenland eine Zukunft hat. Durch die Innenstadtlage und die geplante Aufwertung des Brüder-Grimm-Platzes, auf dem auch das Deutsche Tapetenmuseum entstehen soll, gebe es gute Perspektiven. Vor seiner Schließung habe das Hotel immerhin eine Auslastung von 70 Prozent verzeichnet.

Hotel hessenland und Hugenottenhaus sollen gemeinsam weiterentwickelt werden

Das 50er-Jahre Gebäude solle gemeinsam mit dem benachbarten Hugenottenhaus und weiteren angrenzenden freien Grundstücksflächen entwickelt werden, die ebenfalls der Kasseler Investorengruppe gehören. Für das Hugenottenhaus gibt es bereits ein Konzept für ein Haus der Kultur. „Das kann sich gut mit dem Hotel ergänzen“, so Tunnemann. Im Hotel selbst gibt es großen Umbau- und Sanierungsbedarf. Erhalten werden soll die Lobby mit der Wendeltreppe und ihren vielen weiteren 50er-Jahre-Elementen. Gleiches gilt für den großen Ballsaal.

Ansonsten wird das Haus aber zu einer Großbaustelle werden. Die Haustechnik muss modernisiert werden und die Zimmer sind nicht mehr zeitgemäß. Es brauche neue Bäder und völlig neue Grundrisse, denn die aktuell 48 Zimmer seien zu groß für heutige Bedürfnisse. Aus ihnen sollen 120 Zimmer werden. „Das ist das Minimum heutiger Hotels“, sagt Tunnemann. Und weiter: „Mindestens ein Vier-Sterne-Haus soll es werden.“

Hotel Hessenland - Dachterrasse soll reaktiviert werden

Aber es gibt noch ein weiteres Großprojekt. So sei angedacht, die frühere Dachterrasse zu reaktivieren und dafür das oberste Geschoss wieder zurückzubauen. Von dort hatten Gäste bis zu einem Umbau Ende der 60er-Jahre Blicke bis in die Karlsaue und in den Bergpark.

Unklar ist noch, wie der Ballsaal künftig genutzt wird. Der Bedarf für solche Räume sei nicht mehr so groß wie früher, als dort regelmäßig Bälle, Tanzveranstaltungen und Modenschauen stattfanden. Pläne und Konzepte für den Umbau des Quartiers sollen nun nächstes Jahr erarbeitet und anschließend vorgestellt werden. (Bastian Ludwig)

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