Neue Vollversammlung wird im Frühjahr 2019 gewählt

Wildecker Herzbube als IHK-Rebell: Kammer-Kritiker starten Wahlkampf

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Auftakt zum Wahlkampf der Kammer-Kritiker: Von links Busunternehmer Bernd Frölich, Kaufmann Robert Aschoff, der „Wildecker Herzbube“ Wolfgang Schwalm, Touristiker Kai Boeddinghaus, Verlergerin Renate Matthei, Garten- und Landschaftsbeuer Klemens Bernhard und Versicherungsmakler Andreas Ernst. Foto:  Schachtschneider

Mit dem Wildecker Herzbuben Wolfgang Schwalm als Zugpferd wollen kritische Mitglieder der Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg eine Mehrheit im Parlament der nordhessischen Wirtschaft erobern.

Passieren soll dies bei der nächsten IHK-Vollversamlungswahl. Anschließend wollen sich die Mitglieder dann gegen Zwangsbeiträge und für eine transparentere IHK einsetzen.

Bei einem Pressetermin zum Auftakt ihres Wahlkampfs hatte sich am Freitag auch der beliebte und beleibte „Herzilein“-Sänger unter die Kammerkritiker gesellt.

„Ich werde mich gern vor diesen Wagen spannen lassen“, erklärte Schwalm aufgeräumt. Von der Wahlinitiative, die aktuell mit 15 Mitgliedern in der 77-köpfigen Vollversammlung sitzt, war der Herzbube im Vorfeld bereits als weiterer Kandidat angekündigt worden. Dies sei aber aufgrund eines Missverständnisses noch nicht fest ausgemacht, schränkte Initiativen-Sprecher Kai Boeddinghaus ein.

Schwalm selbst („Ich bin angesprochen worden“) sieht sich nach eigenen Worten mehr als Unterstützer denn als Bewerber. Für die Sache der IHK-Kritiker wolle er sich aber gern und aus Überzeugung engagieren. Warum genau, das war nicht allzu leicht herauszufragen. Durch seine musikalischen Aktivitäten sei er durch zwei Gesellschaften bürgerlichen Rechts mit der IHK verbunden, sagte Schwalm.

Daneben: eher Allgemeines und Anekdotisches, dies aber vorgetragen mit der zugewandten, empathischen Präsenz eines Bühnenprofis. „Es herrscht einfach zu wenig Demokratie“, findet Schwalm. Auch Diäten-Erhöhungen in der Politik sehe er kritisch, sein früherer Chef habe am IHK-System ebenfalls einiges zu bemängeln gehabt. Wie er die Kammer-Rebellen im einzelnen unterstützen könne, das müsse noch näher besprochen werden.

Von jenen Mitstreitern, die schon seit 2014 in der Vollversammlung sitzen, war zu hören, dass die Arbeit dort mit allerlei Frustrationserlebnissen verbunden sei. Eine breite Unzufriedenheit unter den Kammer-Mitgliedern sah Busunternehmer Bernd Frölich auch als Ursache der geringen Wahlbeteiligung von zuletzt etwas über 10 Prozent. „Wir sind keine Kammer-Verweigerer“, betonte Kaufmann Robert Aschoff. „Aber die IHK muss lernen, wirtschaftlich und wirtschaftsorientiert zu arbeiten.“

Alles, was die Kritiker an Reformvorschlägen gemacht hätten, „wurde ohne Diskussion nieder- und weggestimmt“, beklagte Kai Boeddinghaus. Daher sei es für die Kammerparlaments-Neuwahl im Frühjahr 2019 das Ziel, eine Mehrheit der Sitze zu erobern. Das Wahlbündnis, das bisher unter dem Namen „Kammern ohne Zwang“ auftrat und sich neuerdings die Bezeichnung „Jetzt“ gegeben hat, will laut Boeddinghaus mindestens 77 Kandidaten zusammenbekommen – so viele, wie die Vollversammlung Sitze hat.

Dafür soll in den nächsten Monaten Überzeugungsarbeit geleistet werden – und „Herzilein“-Sänger Schwalm soll dabei helfen.

www.kammerbessermachen.jetzt

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